Startseite Allgemein HowTo: Frostmourne aus World of Warcraft – Part 4

HowTo: Frostmourne aus World of Warcraft – Part 4

Willkommen zum vierten und letzten Teil meiner Reihe zum Bau von Frostmourne!

Langsam aber sicher nähern wir uns dem Ende. In den letzten Teilen habe ich darüber erzählt, wie man so ein Schwert plant, wie man es modelliert und auf was man beim Schwertbau allgemein achten muss, wenn man LEDs verwenden möchte.

Wer die ersten drei Beiträge verpasst hat, kann dies natürlich gerne nachholen:

Im heutigen Teil werde ich euch erklären, wie man den großen Widderschädel modellieren kann, sich Hörner zurecht schleift und dem Ganzen den letzten Farbanstrich verpasst.

Widderschädel modellieren

Abformen von fertigen Schädeln

Es gab einige Fragen zum Thema Abformen eines Widderschädels (der ganz so nebenbei innen drin hohl ist). Ich habe hier schlicht und ergreifend geschummelt und mir einen fertigen Schädel bestellt, den ich abgeformt habe. Solche Schädel gibt es relativ günstig beim Aquarien-bedarf (meiner hat 11€ gekostet).

Wer ebenfalls solch einen Schädel sucht wird ->hier<- fündig.

Was ihr nun noch benötigt ist schwarzes Worbla (oder ein Worbla eurere Wahl), einen Heißluftföhn und einfaches Öl (z.B. Olivenöl oder Sonnenblumenöl.)

Im ersten Schritt nehmt ihr ein Küchen- oder Taschentuch und reibt den Schädel mit dem Öl ein. Achtet darauf auch kleine Stellen zu erwischen, denn wenn ihr zu wenig auftragt oder nicht sorgfältig arbeitet, könnt ihr später die Worbla Form nicht mehr abziehen. Es ist somit besonders wichtig, dass ihr keine Stelle überseht!

Als nächstes erhitzt ihr ein Stück Worbla (es sollte um einiges größer sein als der Schädel) und fangt an es an die Form anzupassen. Die Hörner lassen wir absichtlich weg. Wenn ihr die Hörner ebenfalls abformen wollt, solltet ihr das in einem weiteren Schritt machen. Wie die Physik uns leider zeigt, wäre es nicht mehr möglich das ganze Gebilde abzutrennen, wenn wir es komplett ummanteln (also lasst auch die Unterseite frei :)).

Wenn eure Form ausgehärtet ist, könnt ihr sie ablösen und auf dem Schwert befestigen (auf der Seite wo die Kabel rausragen). Die noch fehlenden Hörner müssen größer sein und um die Seiten passen, daher habe ich sie separat modelliert. Hier einmal eine kurze Vorschau des Schädels mit einem Horn (zu den Hörnern komme ich gleich noch).

Die Augen sind aus transparenten Worbla modelliert (hierfür würde ich von der mobilen Folie abraten, die wir für die Klinge genutzt haben). Das transparente Worbla gut erhitzen und etwas grob eindrücken, dann habt ihr schon ein Auge. Bevor dieses aber eingebaut werden kann, muss es (wie die mobile Folie) erst einmal behutsam geschliffen werden, wodurch ihr dem Auge einen ganz eigenen mythischen Glanz verleiht.

Achtet beim Einbau darauf die Ränder von der Innenseite aus mit Worbla zu befestigen. Transparentes Worbla verbindet sich nicht sehr gut mit anderen Worblaarten. Im schlimmsten Fall würde das transparente Worbla einfach abfallen.

Ich habe die fertigen Augen in einem kurzen Video festgehalten. Die LEDs sind hier an den bereits verbauten LED-Strang angeheftet und pulsieren somit parallel zum Rest der Klinge.

Die Hörner selbst sind aus mehreren Lagen Profoam geschliffen. Dazu muss man sagen: wenn ihr Hörner schleifen wollt, bereitet euch darauf vor, dass ihr eine Menge Dreck produzieren werdet.

Wenn ihr dennoch bereit seid aus Profoam Hörner zu formen, dann geht ihr wie folgt vor: ihr überlegt euch erst einmal die Form. Ich habe aus Papier eine Form zurecht geschnitten, die sich gebogen vom Schädel um die seitlichen Teile dreht. Diese Form habe ich dann in 3 Größen zurecht geschnitten (jeweils 2 Teile) und aufeinander gepresst (natürlich unter Einwirkung von Hitze). Dadurch entsteht eine Form, wie sie im folgenden Bild rechts zu sehen ist. Diese Form gilt es durch Schleifen (und erneutes Erhitzen) in die linke Form zu überführen.

Das Ganze müsst ihr natürlich zweimal machen, da ihr auch zwei Hörner braucht. Ich für meinen Teil nehme nach so einer Schleifaktion meistens erst einmal eine Dusche und fange an alles aufzusaugen …

Wichtiger Tipp: seid euch immer bewusst welcher Teil Schaumstoff ist und welcher Teil eure Finger 🙂

Als nächstes ummantelt ihr die Profoam Stücke mit Worbla und verbindet sie mit dem Schädel sowie den seitlichen Griffen. Das ganze sieht dann noch etwas wild aus, aber das ist normal. Lasst das Worbla erst einmal erstarren, damit alles fest verbunden ist. Danach kümmern wir uns um die Maserung und die Übergänge.

Wir beginnen bei der Bearbeitung der Hörner mit dem Übergang: Wir haben hier einige unfeine Übergänge, die man entweder kaschieren oder ausarbeiten kann. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden und einige Streifen Worbla auf den Übergang gelegt, um eine Kante zu modellieren.

Für die hornartige Maserung benötigt ihr nun ein Skalpell (oder Modellierwerkzeug). Ihr fahrt mit der Rückseite des Skalpells lange Linien entlang des Horns. Dabei braucht ihr nicht darauf zu achten, dass alle Linien sauber parallel zueinander verlaufen. Lasst auch mal Linien zusammenführen und schafft auf diese Art eine natürliche Maserung für das Horn. Ihr könnt auch einige tiefe ‚Kratzer‘ einfügen, die quer zu der Maserung verlaufen.

Damit ist der Widderkopf auch schon fertig modelliert. Durch das Abformen des bereits fertigen Widderschädels entfällt sehr viel Modellierungsarbeit. Und vor allem ist der Schädel inne hohl, wodurch genügend Platz bleibt, um die Batterien für die LEDs zu verstecken.

Batteriefach verbauen

Geduld ist eine Tugend

Bevor ihr das Batteriefach positioniert, solltet ihr eure LED-Streifen fertig installiert haben. Ich habe hierfür für beide Augen jeweils eine LED genutzt und diese mit einem Verbindungskabel aneinander gesteckt. Mit einem Stück Worbla kann man die LED Streifen auf der Innenseite fixieren, dazu gehört aber sehr viel Feingefühl. Die Farbe, Geschwindigkeit und den Modus habe ich im Vorfeld für das Band festgelegt, wodurch es auch kein Problem ist, dass man den Controller fest verbaut. Zu guter Letzt bleibt nur noch ein hohles Stück Schädel und euer Batteriefach, was es zu versenken gilt.

Damit wir beim Herausziehen keine Kabel beschädigen oder abreißen, bauen wir ein Case aus Worbla, das wir in das hohle Stück einbetten. Dazu formt ihr ein kleines Kästchen um das Batteriefach. Dieses Kästchen sollte idealerweise dieselben Maße haben und das Batteriefach sollte einfach reinzudrücken sein.

Das Kästchen in den Hohlraum zu bekommen, ist ein wenig mehr Fummelarbeit. Ich musste die Hornstücke von Innen etwas kürzen, um mir Freiraum zu schaffen.

Vielleicht fällt euch auch ein besserer Weg ein, wie man das Kästchen leicht anbringen kann, aber bitte bedenkt immer: die Form muss erhalten bleiben. Denn wnn es erhitzt wird, war die Formarbeit des Kästchens leider umsonst (das war auch der Grund, weshalb ich es erst ganz am Ende gemacht habe).

Wenn ihr das Batteriefach endlich versteckt habt, fehlt nur noch eines: eine Klappe, um die Batterien zu verstecken. Ich habe hierfür ein Stück Worbla genommen und an die Stelle angepasst, damit es abschließend ist. Das Stück an sich ist alles andere als perfekt, aber hinter den Hörnern fällt es gar nicht auf. Zur Befestigung habe ich hierbei 2 Magnete genutzt, was im Falle von so einer leichten Klappe eine sehr gute Wahl ist.

Letztendlich leuchtet mein Schwert und die Batterien bleiben da, wo sie hingehören.

Colorierung für Anfänger

Wie komme ich ohne Pinsel und mit wenig Zeit zu einem super Ergebnis?

Ich erinnere mich noch, wie ich diesen Sommer auf einer Convention bei einem Kostümwettbewerb teilgenommen habe: Ich wurde gefragt: „Wie hast du deine Rüstung bemalt?“ – ein weiteres Jurymitglied lachte über die Frage seines Kollegen und meinte nur „Mit einem Pinsel natürlich!“. Ich hingegen lachte ebenfalls und antwortet: „Nein, ich habe keinen Pinsel benutzt“. Wenn ihr die Aufmerksamkeit der Jury wollt – so kriegt ihr sie 🙂

Wie coloriere ich also nun? Meistens waren meine Ergebnisse mit dem Pinsel immer sehr eintönig mit wenig Schattierungen und Übergängen. Ich hatte immerzu Probleme etwas realistisch wirken zu lassen, daher bin ich dazu übergegangen einen nicht ganz so konventionellen Weg zu gehen: Ich ging an den Kleiderschrank und schnappte mir einer meiner einzelnen Socken und fing an meine Waffen mit Farbe zu betupfen. Das Ergebnis beeindruckt mich bis heute noch, ich hätte nie gedacht, das man mit einer Socke ein so interessantes Farbbild kreieren kann.

Vor allem: es ist schnell und unkompliziert. Jeder Anfänger erzielt auf diese Art und Weise schnell Ergebnisse, die sich sehen lassen können!

Bevor ich jedoch zum eigentlich Colorieren komme: es gibt immer noch ein paar Vorbearbeitungsschritte (die brauche ich euch auch nicht in Bildern zeigen, die sind langweilig), aber sie sind notwendig, um die Oberfläche vorher zu behandeln.

Bei mir sehen diese Schritte wie folgt aus:

  • 2 Schichten Holzleim
  • 1 Schicht Sprüh Gesso oder Grundierung zum Sprühen
  • 1 Schicht schwarze Acrylfarbe

Es ist nicht spannend, aber ihr habt daraufhin eine glattere und gleichmäßig schwarze Fläche, mit der ihr arbeiten könnt.

Die Runen hatte ich zuvor abgeklebt und die Übergänge ein wenig abgeschliffen. Es ist natürlich nicht von Vorteil, wenn ihr eure Flächen besprüht, die ihr extra mit transparenten Materialien bearbeitet habt.

Für die erste Bearbeitung wähle ich immer gerne eine Grundfarbe, die etwas heller ist, und betupfe mit einer Socke die schwarze Fläche. Bei größeren Flächen (wie hier) bemale ich die Fläche erst einmal in einem mittleren Ton und betupfe sie dann. Manchmal probiere ich auch verschiedene Farben aus, bevor ich wirklich die finde, die mir gefällt, aber meistens habe ich dann zwei Farbtöne: einen mittleren und helleren Ton. Den helleren Ton tupfe ich in einem zweiten Schritt auf die Klinge.

Danach betupfe ich noch die Kanten mit einem dunklen Farbton, um einen Schattierungseffekt zu erzielen. Letztendlich benutze ich somit 3 Farbtöne, die aber durch das Betupfen ineinander verschwimmen.

Abschließend nutze ich einen Posca Stift (weiß oder aber sehr hell in der entsprechenden Farbe) und ziehe die Ränder nach. Der Effekt ist sehr ausschlaggebend und nicht zu unterschätzen!

Für die Hörner habe ich ebenfalls einen grauen Farbton gewählt und diese einfach nur betupft. Dadurch kommen die Rillen umso mehr zum Vorschein. Dieselbe Technik kann man für jeden Teil des Schwertes nutzen. Dunkel für Schatten, hell für die breiteren Flächen und einen Posca Stift für die Highlights.

Denkt bitte daran zum Abschluss Klarlack aufzusprühen! Ich nutze immer gerne seidenmatten Sprühlack vom Idee Shop. Der matte Lack ist zu matt und hochglänzend erinnert eher an eine billige Schwertkopie, also bitte immer seidenmatt nutzen 🙂 dann könnt ihr eure Waffen auch mit in den Regen nehmen (so rein theoretisch)!

Für den Griff braucht ihr nur noch Kleber und das Leder. Schneidet das Leder in Streifen und wickelt es, immer ein bisschen überlappend, um den Griff.

Damit sind wir am Ende des Tutorials zu Frostmourne angelangt!

Alle, die bis hierher gefolgt sind: Danke fürs Lesen! Das waren 4 sehr umfangreiche Blog-Einträge und sehr viel Arbeit. Ab und zu konnte ich aus Zeitgründen beim Bau nicht so ausführlich dokumentieren, wie ich es wollte, aber ich hoffe, ihr konntet trotzdem immer gut folgen.

Ich werde mich jetzt erst einmal für 2 Wochen zurückziehen und in aller Ruhe neues Ausprobieren und Basteln. Ich melde mich dann demnächst wieder mit einem ausführlichen Guide zum Colorieren und mit einigen Arbeiten zu Cosplayflex.

Bis dahin

Eure Anonchi

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

Auch interessant

Lederstiefel nähen

Lederstiefel nähen

Hallo, meine Lieben, Ich habe mich daran gewagt, aus einem normalen Ballerina einen Stiefel zu …

Interview mit Sayunie Cosplay

Patenkinder im Interview: Sayunie Cosplay

In diesem Beitrag stellen wir Dir die neuen Patenkinder von myCostumes vor! :3 Unser Partner hatte …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.