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HowTo: Frostmourne aus World of Warcraft – Part 2

Willkommen zum zweiten Teil meines kleinen (oder etwas größeren) Frostmourne Tutorials! (Teil 1:  -> HowTo: Frostmourne – Part 1 <- ).

Wie versprochen geht es heute weiter mit dem Modellieren des Griffes! Das heißt, heute gibt es viele Bilder zu Worbla Arbeiten und einige Tipps und Tricks, worauf man beim Arbeiten mit diesem außergewöhnlichen Material achten sollte.

In diesem Beitrag werde ich unseren Neulingen kein Kapitel widmen, aber hin und wieder einige weitere Infos einstreuen für alle, die nun neugierig geworden sind. 

Alle Arbeiten heute sind mit Worbla’s Black Art von MyCostumes umgesetzt und mit einem Skalpell, sowie einer Schere bearbeitet worden.

Ein kurzer Rückblick zu unserem aktuellen Stand: wir haben nun eine Vorlage für unser Schwert gezeichnet und ausgeschnitten. Das heißt, wir können nun fortfahren, in dem wir unseren Besenstiel in die Maße 1x 50cm und 2x 25cm zerschneiden. Das ergibt später den Griff, so wie die zwei abstehenden Stücke mit den kleinen Widderköpfen (ja, das sind Widder… wusste ich auch nicht *hust*).

Damit sind wir nun bei dem heutigen Beitrag angelangt: wie modelliere ich nun die Elemente des Griffes?

Schwertknauf modellieren

Ja, das ist das Ding am Ende des Griffes - nein, nicht die Klinge!

Bevor wir nun mit den Modellierungsarbeiten beginnen, müssen wir uns dazu entscheiden, ob wir den Griff erst mit Worbla ummanteln oder einfach das Holz so belassen. Da ich gerne auf Nummer sicher gehe und das Abrutschen der Worblateile auf dem Griff vermeiden will, habe ich mich dazu entschlossen den Griff erst einmal mit einer Lage Worbla (Worbla’s Black Art) zu ummanteln. Dadurch können sich die Applikationen mit dem Griff besser verbinden.

Modellierungsarbeiten mit Worbla gehören zu den Dingen, die ich sehr gerne mache. Dafür lohnt es sich auch entsprechende Handschuhe anzuziehen, da ihr dafür das Worbla sehr stark erhitzen müsst. Natürlich besitze ich solche Handschuhe nicht, aber ich bin auch hart im Nehmen, wenn es darum geht.  (An dieser Stelle muss ich sagen: Kinder, macht das nicht nach. Nutzt lieber Handschuhe ;))

Im nächsten Schritt müsst ihr die Worbla Reste (hoffentlich habt ihr welche… die meisten haben immer welche rumliegen :)) erhitzen und zuerst einmal etwas rollen, damit sich die Reste gut miteinander verbinden und ihr eine zähe Masse erhaltet. Diese Masse könnt ihr dann auf den Tisch drücken (wenn ihr nicht so einen Dreck wie ich auf dem Bild haben wollt, legt am besten Backpapier unter) und die untere Form des Knaufes formen. Wichtig ist, dass ihr das Teil immer mal wieder an den Griff haltet, um zu checken es auch drum herum passt.

Ein bisschen Mathematik: Das Ding ist ein hohler Kegelstumpf!

Alternativ kann man sich auch eine Vorlage zuerst auf das Backpapier malen und dann versuchen die Form zu modellieren. Für Anfänger ist diese Technik um einiges angenehmer, da man eine Zielvorgabe hat. Während des Modellierens müsst ihr immer wieder darauf achten, dass das Worbla heiß und somit formbar bleibt. Wenn ihr merkt, dass euch das Modellieren schwerer fällt, erhitzt es ruhig noch einmal.

TIPP

Wenn ihr Modellierungsarbeiten mit Worbla plant, die etwas größer sind (oder aber massiver), dann rechnet immer etwas Zeit ein. Wichtig ist, dass ihr solche Arbeiten am Stück macht, ansonsten wird das Worbla im Inneren erstarren und ist somit nicht mehr so einfach weich zu bekommen (ihr erhitzt immer die Oberfläche).

Im nächsten Schritt bauen wir den zweiten Teil des Knaufs. Dafür könnt ihr wieder Reste verwenden (wenn ihr keine Reste habt, könnt ihr auch erst einmal mit anderen Schritten weitermachen, in Teil 3 des Tutorials entstehen garantiert noch Reste!)

Für den hinteren Teil verbindet ihr eure Worbla Reste zu einem kleinen Zylinder-Klotz. Immer schön darauf achten, dass ihr auch oft genug erhitzt, damit das Material flexibel bleibt. Wenn ihr das geschafft habt, könnt ihr die nächste Form modellieren: einen Kegelstumpf (so nennt sich ein Kegel mit flachem Deckel anstatt einer Spitze). Damit bekommt ihr die zweite Hälfte der Form für den Schwertknauf. Ich habe noch eine leichte Ausbuchtung reingedrückt, damit der Kegelstumpf auch auf den Stiel passt, der am Ende rausragt.

Auch hier ist wieder darauf zu achten, dass die Größen zueinander passen. Ein bisschen Geduld ist hier schon gefragt, damit das ganze zusammenpasst. Alternativ könnt ihr auch den inneren Teil aus Schaumstoff machen und diesen überziehen. Ich habe mich absichtlich für eine „Nur-Worbla“ Variante entschieden, um diesen Knauf auch massiv genug zu machen, damit man das Schwert auf ihm abstellen kann.

Zum Schluss noch ein paar dünne Worblaschlangen für den Übergang und das ganze sieht sauber verarbeitet aus. Was ich an dieser Stelle auch noch gerne gemacht habe: Ich habe den Knauf noch mal erhitzt und über den Tisch (so im 45° Winkel) gerollt, damit er gleichmäßig geformt ist.

Griff modellieren

Für den richtigen Grip

Da wir später Leder um den Griff binden werden (in den Zwischenräumen), greifen wir hier zu dem 5mm dicken Moosgummi als Grundform. Es gibt drei Teile zu modellieren, davon sind zwei etwas dünner und alle drei haben den gleichen Abstand zueinander. Daher fangen wir mit dem Zurechtschneiden unserer Stücke (ich habe hier nach Augenmaß die Breite gewählt) an.

Die roten Pfeile unten im Bild symbolisieren die Zugehörigkeit der einzelnen Teile zu der Zeichnung im Hintergrund.

Die Vorlage besitzt Verzierungen, die wir ebenfalls plastisch darstellen wollen (wenn ihr das nicht wollt, könnt ihr den jetzigen Schritt gerne überspringen und die eben ausgeschnittenen Moosgummi Teile mit Worbla ummanteln und befestigen).

Die Verzierungen schneiden wir aus 3mm dicken Moosgummi aus und befestigen diese auf den breiten 5mm Stücken. Das ganze sollte natürlich noch immer um den Griff passen.

Achtung: die schwarzen Stücke müssen einen kleinen Ticken länger sein, da der Umfang durch die weißen Teile höher wird! Man kann das zwar alles ein wenig ziehen (da es Moosgummi ist), aber ein bisschen mehr einplanen ist immer besser 🙂

Ich habe es damals beim Modellieren nicht so ganz genau gehalten und meine Teile waren leider etwas zu kurz. Aber auch dafür gibt es eine Möglichkeit und einen Blog Beitrag! Wenn ihr mehr Infos dazu wollt, wie ihr solche Teile schön abschließend um den Griff bekommt, schaut doch mal in diesen Blog Eintrag Worbla – Ausbessern von Fehlern.

Wenn ihr die dünnen Streifen befestigt habt (am besten mit einem Klebestift), dann könnt ihr die Teile mit Worbla ummanteln und die entstandenen Kanten ausmodellieren. Dadurch entsteht die gewünschte Erhebung und wir können die drei Teile in gleichen Abständen befestigen.

Achtet darauf, dass das Worbla gut genug erhitzt ist. Ihr müsst die Kanten (die gerne etwas rundlich sind nach dem Ummanteln) spitz modellieren, damit es auch wirklich Kanten sind. Das geht mit den Fingern am besten, einfach etwas an den Ecken piksen 🙂

Wenn ihr die Grundform habt, müssen noch die kleinen Edelsteine modelliert werden. Dazu formt ihr eine kleine Worblakugel und drückt diese auf die Stelle am Griff. Mit einer ganz dünnen Worblaschnur wird der ‚Edelstein‘ umrahmt. Das ist eine ziemliche Fummelarbeit und liegt nicht jedem, also nehmt euch Zeit und habt Geduld! Zu empfehlen ist hier auch ein Skalpell zur Modellierung, da die Teile erfahrungsgemäß so klein sind, dass man sie nicht mehr einfach mit den Fingern modellieren kann.

Was nun aber noch fehlt sind unter anderem die Totenköpfe am Griff. Die kleinen Totenköpfe könnt ihr alle selbst formen oder aber ihr nehmt die Abkürzung und fertigt euch eine Siligum Form an. Damit könnt ihr alle Totenköpfe sehr schnell und identisch formen.

TIPP

Siligum besteht aus zwei Komponenten, wenn man diese beiden miteinander vermengt (verknetet) entsteht eine Silikon Form. Ihr drückt eure Vorlage in das Material und wartet 5 Minuten, danach könnt ihr die Form beliebig oft wiederverwendet. Worbla kann hierin gedrückt und erhitzt werden, ohne Probleme beim Entfernen zu bekommen. Besonders für so kleine Arbeiten (wie z.B. Knöpfe oder Applikationen) ist es super.

Zu kaufen gibt es das ganze bei MyCostumesSiligum

Was zu guter letzt noch fehlt sind die Einkerbungen im Schwertknauf und die beiden Köpfe an den Seiten (ich lasse die Verzierungen an den Seiten mal außen vor, die funktionieren analog zum Griff). An dieser Stelle kommt das Skalpell zum Einsatz. Mit der Rückseite des Skalpells (die Vorderseite würde wahrscheinlich das Worbla zerschneiden) drückt ihr die Formen in das Worbla. Dazu erhitzt ihr den Schwertknauf erneut und kratzt die Einkerbungen in das erhitze Worbla. Diese Einkerbungen verlaufen vom breiten Teil des Kegelstumpfs zum dünnen Ende hinauf. (Dasselbe gilt auch für den Zwischenraum zwischen den Totenköpfen)

Wie man mit so einem Skalpell und Worbla arbeiten kann, habe ich ausführlicher in einem Blog Eintrag zusammen geschrieben. Wer also Interesse hat (oder einfach keinen Plan was ich meine) kann gerne meinen Blog Eintrag Worbla Challenge – Skalpell lesen und mehr erfahren!

Bei den seitlichen Köpfen habe ich ein wenig getrickst: Ihr erinnert euch noch an die Formen aus dem Aquarienbedarf, die ich in der Einkaufsliste verlinkt habe? Hierzu werden die verwendet. Wenn ihr genügend Übung mit Worbla habt, könnt ihr diese auch gut zum Abformen nutzen. Wer nicht (oder so einen Schund, wie ich beim Versuch, produziert), ummantelt einfach die Köpfe (oder lässt es sein und befestigt sie so) und ritzt die Hörner nach.

Beim großen Kopf werde ich euch später genaueres dazu erklären, wie man so eine Form nutzen kann, um Worbla Gebilde abzuformen.

Zu guter Letzt befestigt ihr die zwei Seitenteile am langen Griff (ich habe an den Verbindungsstellen mit mehreren Worbla Reste gearbeitet). Dadurch habt ihr bereits ihr den Griff fertig gestellt!

Für heute sind wir mit der Modellierung des Griffes erst einmal durch. Alles kein Hexenwerk, kostet aber verdammt viel Zeit und Nerven.

Nächste Woche geht es weiter mit der Klinge und einigen Infos zu den LEDs! Vielleicht schaffe ich es auch noch die Modellierung des Schädels/der Hörner einzubauen, aber das zeigt sich 🙂

Bis dahin

Eure Anonchi

P.S.: wenn ihr Fragen/Kritik/Anregungen habt: kommentiert ruhig den Beitrag oder schreibt mir auf Facebook!

Zu Teil drei geht es hier -> HowTo Frostmourne – Teil 3

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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