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HowTo: Frostmourne aus World of Warcraft – Part 1

Hallo zusammen!

Heute startet meine neue Blogreihe zu einem Thema, das mich die letzten drei Monate verfolgt hat: Frostmourne. Es ist ein Schwert aus dem World of Warcraft Teil ‚Wrath of the Lich King‘ und gleichzeitig das Schwert des liebsten Chars meines Stiefvaters. Daher hatte ich es mir zur Aufgabe gemacht dieses Monster zu Weihnachten fertig zu stellen, um es ihm zu schenken.

Nun, da Weihnachten um ist, starte ich mit dem Tutorial zu meinem neuen Baby. Ich habe im Social Media Bereich sehr viel positive Resonanz bekommen (vielen lieben Dank an alle an dieser Stelle!) und auch einige Nachfragen nach dem Material, nach einer Anleitung etc. Da viele Neulinge Interesse an dieser Anleitung haben, werde ich diese Reihe mal etwas ausführlicher behandeln. Somit sollte es auch für Neulinge möglich sein zu verfolgen, wie man sich sein eigenes Frostmourne bauen kann.

Also worum geht es heute im ersten Teil? Erst einmal um die Planung (ohhh noch nicht so viele Bilder ;)). Da ich das Schwert nun schon fertig habe, kann ich euch zum Thema Planung bereits alles mit an die Hand geben, was ihr braucht, um euren eigenen Staubfänger zu bauen.

Unter anderem wird es ein kleines Kapitel zu den Materialien geben, die nicht allgemein verbreitet sind.

Ein bisschen Materialkunde für Einsteiger

Worbla, Profoam und Co

Wie schon bereits angekündigt gibt es eine kleine Einführung für Neulinge zu einigen essentiellen Materialien, die ich nutze. All jene, den Profoam/Worbla und Co bereits etwas sagt, können dieses Kapitel gerne überspringen 🙂

Worbla

Worbla ist eines der am meist genutzten Materialien im Cosplay Bereich. Hierbei handelt es sich „grob“ um ein Gemisch aus Plastik und Holzspänen. Mit einem Industrieheißluftföhn (in manchen Fällen reicht auch ein üblicher Haarföhn) erhitzt man das Material, wodurch es formbar wird. Es erinnert dann ein wenig an Keksteig (aber bitte nicht essen ;)). Wenn es auskühlt wird es wieder starr, daher wird es sehr gerne im Rüstungsbau eingesetzt. Es ist sehr stabil und das Material kann untereinander vermengt werden.

Es gibt mehrere Varianten von Worbla. Das „Worbla’s Finest Art“ ist eine hellbraune Variante und sozusagen das Universalmaterial. Dann gibt es noch spezielle Versionen, wie zum Beispiel das „Worbla’s Black Art“, was gerne für feinere Oberflächen genutzt wird (aber auch schneller brechen kann) und zu guter Letzt „Worbla’s Transpa Art„, eine durchsichtige Variante für Edelsteine oder ähnliches. (Es gibt auch noch weitere Varianten, aber wir beschränken uns heute auf diese 3 Varianten.

Hier einmal kurz Beispiele zu dem Material:

ProFoam

Bei ProFoam handelt es sich um einen Schaumstoff, der seit kurzem im Cosplaybereich Anklang gefunden hat. Dieser Schaumstoff lässt sich gefahrlos erhitzen, miteinander verkleben und ist angenehm zu schleifen. Zusätzlich ist die Oberfläche bereits sehr glatt und es kann somit perfekt für leichte Rüstungen genutzt werden. Es gibt verschiedene Density („Dichte“) Stufen, die angeben, wie dicht das Material ist. Dabei gibt es S und H (S ist das weichere Material mit einer niedrigeren Density).

Ich selbst arbeite auch erst seit kurzem mit dem Material und bin aktuell sehr begeistert und empfehle es jedem weiter, der mit Schaumstoffen arbeiten will. Wenn ihr mehr über die Möglichkeiten mit diesem Material erfahren wollt, kann ich euch Cyehra empfehlen. Sie ist in meinen Augen eine der besten Schaumstoffkünstler/innen im deutschsprachigen Raum.

Hier habe ich aber trotzdem Beispielbilder für euch, damit ihr eine Vorstellung von dem Material bekommt: Einmal habe ich die Kanten mit einem Teppichmesser geschnitten und einmal ein Horn komplett mit einem Dremel rund geschliffen.

LED Band

Zu guter Letzt ein paar kurze Worte zum Thema LED Band: In der Einkaufsliste unten wird ein LED Band verlinkt, das ich ebenfalls genutzt habe. Prinzipiell kann jedes RGB LED Band genutzt werden. Es gibt nur einige wichtige Punkte:

  • Das Band brauch ein Battery Case, denn mit einem Kabel am Schwert lässt es sich nicht gut durch die Gegend laufen 😉
  • Es muss möglich sein Teile abzuschneiden (die kann man mit Kabeln dann verbinden)
  • Es sollte robust genug sein (deswegen habe ich ein wasserdichtes genommen, das hat noch mal eine Silikonschicht)
  • Wenn ihr ein pulsierendes Schwert haben wollt müsst ihr darauf achten, dass auch das LED Band pulsieren kann

Wenn ihr mehr über die Nutzung dieses Bandes in Waffen/Cosplays wissen wollt, kann ich euch einen älteren Beitrag von mir empfehlen: HowTo: Blinkende LEDs ohne löten

Materialliste

Let's go to the mall~

Einkaufen leicht gemacht mit der Anonchi „Alles per Link bestellen“ Einkaufsliste! Ich verlinke euch alles, was ich selbst für mein Projekt genutzt habe, dass macht es für euch einfacher ;).

Also Achtung: Big List Incoming!

Eine lange Liste für ein großes Projekt. Aber die wichtigste Frage überhaupt: Kosten?

Die Gesamtkosten (ohne Werkzeug) belaufen sich nach dem heutigen Stand auf ca. 180 €. Zeit habe ich ca 100h in das Projekt investiert, also seid euch darüber im Klaren, bevor ihr anfangt. Einige Dinge der Einkaufsliste können auch wiederverwendet werden (oder die Materialien werden nicht komplett verbraucht), ich für meinen Teil habe viele Dinge bereits mit den letzten Projekten angeschafft, von daher belaufen sich meine Kosten nur auf ca. 30 € 😉

Für alle die Fragen wollen: machst du das auch als Commission? Denen muss ich sagen: Leute, der Aufwand ist enorm hoch, bei 100h sind das mindestens 1000€ nur für den Zeitaufwand… das WOLLT ihr mir nicht bezahlen! Zudem habe ich einen Vollzeit Job, wenn ich alle bisherigen Anfragen bearbeiten wollen würde, wäre ich über 1 Jahr beschäftigt. Das geht einfach nicht 🙁

Entwurf und Plannung

Jetzt wird es mathematisch

Die Planung ist die halbe Miete (das sage ich immer wieder), also sollte man sich in diesem Schritt so viele Gedanken wie möglich bereits darüber machen, wie groß/breit/hoch das ganze werden soll. Ich kenne einige Cosplayer, die gerne an irgendeiner Ecke anfangen und später bemerken sie, dass sie eigentlich von Anfang an hätten anders planen müssen.

Daher gibt es hier nun ein paar Tipps und Tricks am Beispiel von Frostmourne, wie man so ein riesiges Schwert planen kann.

Zu allererst ist es wichtig die nötigen Referenzbilder zu sammeln. Besonders im Fall von Frostmourne gibt es mehr als eine Version (auch, wenn sie sich alle ähnlich sehen). Ich rede hierbei von den Unterschieden von Concept Art, Ingame Szenen und Ingame Spielgrafik.

In den abgebildeten Referenzbildern ist bereits zu erkennen: die Gestaltung des Griffes ist je nach Bild ein wenig unterschiedlich. Das heißt wiederum, wir müssen uns überlegen, an welches Design wir uns halten. Da ich persönlich sehr detaillierte Arbeiten liebe, habe ich mich auch mehr an die detailliertere Version gehalten (wenn auch nicht zu 100%). Aber im Endeffekt ist es euch selber überlassen, wie hoch der Detailgrad sein soll.

Im nächsten Schritt überlegen wir uns, wie die Maße für das Schwert sein sollen. Als Kern werden wir einen einfachen Besenstiel aus dem Baumarkt nutzen, das ist unsere Basis. Nehmt also so einen Besenstiel in die Hand und umfasst ihn fest mit zwei Händen. Da das Schwert ein Zweihänder ist, muss der Griff mit zwei Händen locker zu umfassen sein. Da ich etwas kleinere Hände als ein großer muskulöser Arthas besitze, habe ich hier noch ein bisschen was drauf gerechnet ;). Ich kam dabei auf eine Länge von 35 cm für den Griff. Davon abhängig kann man im Bild sehen, dass der nächste Teil (der mit dem Schädel) etwas kürzer als der Griff ist. Daher habe ich für den Teil 25 cm gerechnet (das kommt auch mit dem Schädel aus dem Aquarienbedarf hin).

Auf die Länge der Klinge kam ich erst, als ich es mir mal genauer aufgezeichnet und ausgeschnitten hatte (auf Papier). Ich habe mich einfach mit dem Papierentwurf vor meinen Freund gestellt und der meinte: Das muss länger sein! Gesagt getan, aus vorher 70cm wurden 100cm 🙂

Ich habe euch das ganze mal recht einfach schematisch aufgezeichnet, um zu visualisieren, wie man auf solche Längen kommen kann:

Der nächste Schritt erfordert ein wenig künstleriches Können, sowie viel Papier, Bleistift, Schere und ein Lineal. Denn jetzt fangen wir an unsere Vorlage auf Papier zu übertragen. Leider kann ich euch meine eigene Vorlage nicht zur Verfügung stellen, da diese bereits an vielen Stellen gerissen war und im Müll gelandet ist 🙂

Aber so schwer ist es gar nicht so etwas zu machen. Ihr fangt erst einmal an Blätter zusammenzukleben, um euch genügend Fläche für die Vorlage zu schaffen:

Einige Stellen bei diesem Schwert sind symmetrisch, aber besonders bei der Klinge kommt ihr leider nicht drum herum alles aufzuzeichnen.

  1. Fangt am besten mit einer Mittellinie an, die ihr komplett durchzieht (damit ihr auch eine gerade Klinge bekommt)
  2. Dann macht ihr am besten mit dem Griff weiter: Legt den Besenstil auf das Papier, um die genaue Breite zu erhalten und übertragt die zuvor berechnete Länge des Griffes auf eure Zeichnung
  3. Nun wiederholt diesen Schritt für die Klinge von der anderen Seite. Die Breite der Klinge könnt ihr nun selbst bestimmen. Bedenkt, dass ihr später in der Mitte noch die Runen braucht, die durch das LED Band beleuchtet werden (das hat ebenfalls eine zu beachtende Breite). Ich glaube, ich war irgendwo zwischen 15 und 18cm bei meiner Klinge.
  4. Nun bleibt nur noch der Mittelteil. Hier braucht ihr aus geometrischer Sicht eine Raute, an der ihr auf einer Seite eine Spitze abschneidet. Für dieses Stück braucht ihr den Schädel zur Vorlage, den ihr später auflegen wollt. Dieser sollte komplett auf die Rautenform passen und ein wenig Rand belassen.
  5. Die Griffe an den Seiten könnt ihr wie den den ersten Griff einzeichnen, die Breite habt ihr ja bereits durch den Besenstil.
  6. Nun habt ihr die Grundform erreicht, die Spitzen an den Seiten müsst ihr nun selber einzeichnen, dafür ist künstlerisches Können von Nöten. Aber das ist nur noch ein kleiner Schritt 😉
  7. Schneidet das Ganze einmal aus und schaut es euch auch von weitem oder vor dem Spiegel an und testet, ob die Proportionen passen. Gegebenenfalls müsst ihr noch etwas anpassen.

Bis inklusive Schritt 5 habe ich das mal versucht schematisch darzustellen. Das Bild aber bitte nicht als Vorlage verwenden! Das dient lediglich zur Visualisierung und nicht als Referenz!

Nun könnt ihr die Feinheiten ausarbeiten, die Runen, den Verlauf des mittleren Teiles, an dem die Runen zu sehen sind, die Teile an den Griffen etc. Wenn ihr der Meinung seid, dass alles passt, dann lehnt ihr euch erst einmal zurück und wartet bis zu meinem nächsten Blog Eintrag (vermutlich nächste Woche). Im nächsten Eintrag geht es dann los mit Worbla, wir werden den Schwertknauf formen und die ersten Verzierungen am Griff anbringen!

Bis dahin könnt ihr mir auch gerne Fragen stellen oder schreiben. Entweder hier als anonymen Kommentar oder aber über meine Facebook Seite: Message Me

Eure
Anonchi

P.S.: Der nächste Teil ist inzwischen draußen und unter HowTo: Frostmourne Part 2 zu finden 😉

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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2 Meinungen dazu

  1. Boah, krasse Arbeit! Die beleuchteten AUgen sind ja beeindruckend und wahnsinnig toll!
    LG
    Boris

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