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Alternative zu Worbla’s Transpa Art?

Hallo zusammen und willkommen zu meinem neuen Blog Eintrag! Heute geht es um ein ganz besonderes Thema, mit dem ich schon einige neugierig gemacht habe. Aber bevor ich weiter in das Thema einsteige gibt es einige Punkte, die mir vorab wichtig sind:

  • Qualität hat seinen Preis: Das Material, das ich euch vorstelle, ist eine Alternative, aber Worblas Transpa Art kann einfach mehr und ist angenehmer bei der Bearbeitung. Das ist Fakt.
  • Ich möchte niemanden das ‚Geschäft‘ kaputt machen
  • Ich bin keine Spezialistin, nur eine Cosplayerin, die gerne ausprobiert.

Das Material

Das Material, das ich heute vorstellen will, ist etwas ganz einfaches (und vermutlich kennen es auch die meisten von euch oder nutzen es sogar schon). Es geht um etwas das gerne unter verschiedenen Namen bekannt ist „Mobile Folie“ oder „Acrylfolie“. Bei meinen Nachforschungen konnte ich leider nicht herausfinden, ob es sich hierbei wirklich zu 100% um das selbe Material handelt – aber zumindest in der Verarbeitung und vom „Gefühl“ her scheint es sehr ähnlich zu sein.

Für meinen heutigen Beitrag habe ich „Mobile Folie“ genutzt, diese nutzt man vorzugsweise für Window Color Farben. Man kann die Farben auf das Material auftragen und dann ausschneiden. Ich habe versucht eine grobe Gegenüberstellung zu machen, was den Preis der beiden Materialien angeht. Natürlich gibt es verschiedene Händler und auch die Versandkosten variieren. Im Schnitt ergibt sich aber folgende Aufstellung:

  • Mobile Folie, Acylfolie, PVC Folie: ca. 2-3€ bei 50×70 cm
  • Worbla’s Transpa Art: ca  17-18€ bei 50x75cm

Womit unser Alternativmaterial ca 9 mal günstiger ist, wie Worblas Transpa Art. Das ist ein Grund sich dieses Material einmal näher anzuschauen.

Direkter Vergleich

Grundsätzlich ist hier zu sagen, das Worblas Transpa Art alles kann, was auch die Folie (ich nenne es hier in dem Beitrag der einfach halber mal so) kann und noch mehr. Die Frage ist nur: brauch man immer direkt Transpa Art für seine Cosplayarbeiten?

Diese Frage würde ich gerne in dem Beitrag beantworten.

Schneiden

Schneiden lassen sich beide Materialien relativ gut. Die Folie ist härter und daher auch nicht so leicht zu biegen, wie das Transpa Art, aber das stellt kein Hindernis da. Das Transpa Art hat eine etwas weichere Oberfläche und fühlt sich geschmeidiger an, die Folie hingegen hat eine harte und sehr glatte Oberfläche.

Wenn man die Materialien knickt, zeigen sie sehr unterschiedliche Verhalten. Die Folie behält den Knick bei (ohne Hitze Einwirkung), während das Transpa Art sich so gar nicht zerknicken lassen will.

Erhitzen

Bevor wir mir dem Teil zum Erhitzen anfangen ein paar kurze Worte zum Thema Sicherheit: Je nach Material kann es durchaus vorkommen, das beim Erhitzen giftige Stoffe entstehen! Nicht jedes „Plastik“ lässt sich gefahrlos erhitzen (das Erhitzen von Plastik und auch Moosgummi [Achtung Weichmacher] ist gesundheitsschädlich). Wenn ihr nicht sicher seid, nutzt auf jeden Fall einen Mundschutz, erhitzt bei offenen Fenster und übertreibt es nicht! Im Zweifel fragt beim Händler nach der genauen Zusammensetzung (nicht die Menge, sondern die Art der Materialien ist essentiell) und informiert euch darüber, ob es gefährlich ist euer Material zu erhitzen.

Beide Teile können mit einer Heißluftpistole erhitzt werden und sind nach kurzer Zeit formbar. Beide Materialien lassen sich biegen und behalten die gebogene Form, nach dem Abkühlen, bei.

Jedoch gibt es schon hier die ersten Unterschiede, die ausschlaggebend sein können, welches Material sich für euer Projekt eignet. Die Folie lässt sich nur einen kurzen Zeitraum nach dem Erhitzen biegen, während das Transpa eine ganze Weile weich und formbar bleibt. Somit muss man bei der Arbeit mit der Folie entsprechend schnell arbeiten. Je nach Projekt kann das aber auch durchaus von Vorteil sein, wenn das Material schnell erstarrt und man es nicht erst eine Weile in der gewünschten Form halten muss.

Wichtig: Die Folie wird schnell sehr heiß! Wenn man beide Materialien nur kurz erhitzt merkt man kaum einen Unterschied, aber auf Dauer wird die Folie heißer. Am besten arbeitet man mit Handschuhen.

Verkleben und Ritzen

Während normales Worbla dafür bekannt ist, das man es beliebig miteinander vermengen kann, ist dies weder bei Transpa, noch der Folie der Fall. Man kann beide Materialien miteinander „verkleben“, aber der Zusammenhalt ist nur von kurzer Dauer. Wenn man das Material lang genug erhitzt, verschmilzt es miteinander (aber das ist in den seltensten Fällen das Ziel und sollte auch aus Sicherheitsgründen nicht gemacht werden).

Alternativ kann man normales Worbla benutzen, um Folie oder Transpa „einzurahmen“. Dazu verwendet ihr ein Stück Transpa oder Folie und umfasst den Rand mit normalen Worbla. Dadurch könnt ihr, ähnlich wie bei einem Fensterrahmen, das transparente Stück in euer Projekt einarbeiten.

Da ich bereits letzte Woche über Arbeiten mit Worbla und einem Skalpell berichtet habe, musste ich dies natürlich auch hier ausprobieren. In beiden Fällen habe ich die Teile kurz erhitzt und mit dem Skalpell Striche geritzt. In der Folie sind die Striche eher schwer zu erkennen und es erinnert eher an ein kratzen, als an ein reindrücken von Kerben. Das Transpa hingegen ließ sich einfacher bearbeiten und die Striche haben sich zu Kerben entwickelt, die auch nach dem Abkühlen noch sehr gut zu erkennen sind.

Zusätzlich kann man die Oberfläche gut mit Schleifpapier bearbeiten, um somit eine milchige Oberfläche zu bekommen. Besonders bei LED Arbeiten ist das sehr zu empfehlen!

Colorierung

Was die Colorierung angeht verhalten sich beide Materialien sehr ähnlich. Sie haben eine glatte Oberfläche, was ein einfaches bemalen mit Acrylfarbe sehr erschwert. Jedoch ist es in beiden Fällen möglich mit Gesso Spray (Grundierungs Spray) eine ebene Fläche zu erhalten. Wobei man sich natürlich fragen sollte: Wieso nutze ich ein transparentes Material, wenn ich es eh coloriere?

Abformen und Verformen

Neben den offensichtlichen Anwendungsfällen gibt es auch noch die weniger offensichtlichen. Ich nutze Transpa gerne zum Abformen von Acrylkugeln (und dann zum weiter verformen), das ist mit der Folie jedoch ein wenig aufwendiger.

Während das Transpa dehnbar wird und sich über eine Acrylkugel sehr gut ziehen lässt, ist die Folie eher widerspenstig und muss mehrfach erhitzt werden, bis sie langsam aber sicher die Form annimmt, also für Rundungen nicht zu empfehlen. (Bitte versucht das nicht zu erzwingen, das Transpa Art ist dafür einfach die bessere Wahl)

Während die Folie bei runden Flächen sichtlich im Nachteil ist, ist sie bei Kanten umso besser. Man kann leicht eine Gerade einritzen und das Material umknicken. Dies ist bei Transpa ebenfalls möglich, aber bei weitem nicht so kantig und stabil.

Kanten verschmelzen

Bei Eiskristallen ist es wichtig, das man eine geschlossene Fläche bekommt (und das ist nur ein Anwendungsfall für dieses Kapitel). Wichtig hierbei ist, das man zwei Kanten hat, die man miteinander verbinden muss, um ein geschlossenes Volumen zu bekommen.

Beide Materialien schmelzen schnell, wenn man ihnen mit einem Lötkolben zu nahe kommt. Die Stabilität und das Aussehen sind jedoch unterschiedlich. An sich sind bei beiden Materialien die Kanten leicht zu verschmelzen, die Folie hinterlässt jedoch eine dünne schwarze Spur. Das Transpa bleibt transparent (zum Großteil).

Bitte beachtet auch hier einen Mundschutz zu tragen und bei offenen Fenster zu arbeiten

Die Stabilität ist bei beiden gegeben, aber durch die sehr stabile Oberfläche der Folie ist auch der Druck auf die Verbundstelle höher. Das führt wiederrum zu einem schnelleren wieder auseinander brechen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend ist zu erwähnen: Qualität hat ihren Preis. Worbla’s Transpa Art ist und bleibt das perfekte Material für transparente Arbeiten im Cosplay Bereich. Wem aber dieses Material zu teuer ist, nur ein kleines transparentes Stück benötigt oder einfach mal etwas herum experimentieren will, dem sei diese Mobile Folie (oder Acrylfolie) ans Herz gelegt.

Und besonders, wenn ihr nur eine glatte durchsichtige Fläche benötigt (zum Beispiel um LEDs in einer Schwertscheide hinter einem transparenten Stück zu verstecken), ist es eine günstige Alternative.

Also schließe ich den Beitrag mit einem: leider nein, es gibt keine Alternative zu Worbla Transpa Art, aber es gibt ein Material, das dem in einigen Fällen sehr nahe kommt.

Egal, für welches Material man sich entscheidet, der Fantasie sind trotzdem keine Grenzen gesetzt. Aber bitte denkt an die Sicherheitshinweise 🙂

Wenn es irgendwelche Fragen gibt, Kritik oder einfach nur Gemecker, dürft ihr das jederzeit auf Facebook machen oder hier in die Kommentare schreiben! Ich bin keine Materialwissenschaftlerin, aber bin für jeden Hinweis offen 🙂

Eure Anonchi

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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