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Das Arsenal einer Cosplayerin – Teil 2: Schaumstoffe, Thermoplasten, Werkzeuge und Grundierung

Weiter geht es mit dem zweiten Teil der Blog Reihe zum Arsenal einer Cosplayerin! Dieses Mal will ich euch mehr über Schaumstoffe und Thermoplasten erzählen.

Also viel Spaß – und bei Fragen: schreibt mich jederzeit an 🙂

Schaumstoffe

Schaumstoffe sind bei vielen Cosplayern beliebt. Einige erschaffen mit ein paar Stücken Schaumstoff ganze Rüstungen und andere federleichte Waffen.

Auch ich arbeite mit Schaumstoffen, wenn auch meistens als Grundlage für die Arbeiten mit Thermoplasten. Aber selbst dann hat man nicht nur einfach Mossgummi Zuhause 🙂

Selbst Moosgummi gibt es in verschiedenen Dicken. 2mm und 3mm gehören zu meinem Sortiment. Wieso 1mm Unterschied, fragt ihr euch vielleicht? So ein kleiner Unterschied im Millimeter Bereich kann bereits viel ausmachen. Das Moosgummi wirkt stabiler und ist weniger flexibel.

Wofür benutzt man das nun? 2mm Moosgummi nutze ich gerne bei normalen Arbeiten mit Thermoplasten als Innenfutter (z.B. Armschienen). Das 3mm dicke Moosgummi nutze ich hingegen gerne für Teile die eine stabile Grundform brauchen (z.B. Brustplatten) oder als Grundlage für Federn (2mm sind für Federn einfach zu dünn und zu beweglich.

Eine etwas stabilere Variante ist Plastazote (natürlich auch EVA Foam oder Pro Foam). Ich habe 5mm und 10mm dickes Plastazote bei mir vorrätig. Zu den Varianten tendiere ich aber nur, wenn ich entweder fette World Of Warcraft Schultern baue oder aber ein bisschen mehr Fläche zum Modellieren brauche. Die 10mm dicke Variante habe ich zum Beispiel für mein Kopfteil meines Phönix benutzt, da ich hier mehr Form brauchte.

Thermoplasten

Thermoplasten sind das große Thema unserer (Cosplay-)zeit. Jeder will sie haben, sie kosten viel und es gibt tausende Wege sie zu nutzen.

Die meisten Thermoplasten sind dem otto-normal Cosplayer von heute bekannt, aber es kommen auch ständig neue Varianten hinzu. Wie soll man da als Anfänger noch den Durchblick behalten?

Ich für meinen Teil habe mich auf eine Hand von Materialien spezialisiert, die ich gerne nutze.

Einer der bekanntesten Thermoplasten ist Worbla. Auch ich arbeite sehr viel mit dem Material und bin noch immer begeistert. Ein wenig Praxiserfahrung und ein bisschen Hitzeresistenz muss man sich aneignen, aber dann funktioniert das ganze wunderbar.

Ich habe die ganzen Variationen von Worbla gesehen und mich immerzu gefragt, welche Versionen mir persönlich hilfreich sein können.

Aber am Ende sind es 3 geworden. Das normale Worbla nutze ich gerne für Grundlagen, unterste Platten für Rüstungen (aufgrund der höheren Stabilität) und auch für Modellierungsarbeiten, in denen ich einen Lötkolben einsetze (z.B. Rabenkrallen). Dafür hat es sich als sehr gut erwiesen.

Das schwarze nutze ich für Feinheiten (besonders kleine Verzierungen) und teilweise auch für Rüstungsteile, die nur bedingt belastet werden (z.B. Kopfteile) oder aber sehr glatte Oberflächen benötigen.

Daher gehe ich nach der Regel vor: das Braune fürs Grobe, das Schwarze fürs Feine. Und nicht zu vergessen: transparentes Worbla! Als Alternative zum Steine gießen oder als Gießform gut zu verwenden. Es ist nicht so einfach zu verarbeiten, wie es bei anderen Worbla Varianten der Fall ist, aber man kann sehr viel mit LEDs zusammen zaubern.

Wer sich jetzt fragt: was ist mit Worblas Deco Art, dem muss ich sagen: Ich nutze es nicht 🙂 Ich mache alle meine kleineren Arbeiten mit schwarzem Worbla.

Ein weiteres Thermoplast ist Cosplayflex. Warum sollte man mehr als eine Art Thermoplast haben? Weil sie trotzdem alle verschieden sind und jedes hat seine Stärken und Schwächen 🙂

Ich nutze zum Beispiel Cosplayflex gerne für sehr stabile Rüstungsteile, die nicht unbedingt dicker, aber stabiler sein sollen. Es ist vor allem sehr Anfänger freundlich und man kann es auch nutzen, wenn man mit den Gedanken ganz wo anders ist 🙂

Desweiteren gibt es noch Cosplayflex Clear. Für dieses Material gibt es aktuell keine Alternative aus dem Worbla Universum. Es ist nicht nur durchsichtig, sondern auch flexibel (selbst nach dem Erhitzen!). Armbänder und Schmuck lassen sich daraus sehr bequem herstellen.

Das letzte Material im Bunde ist noch ein wenig unbekannt (und verdammt günstig). Man kann es ähnlich wie Transparentes Worbla nutzen, jedoch ist es nicht ganz so angenehm beim Formen, für gerade Flächen aber ideal. Der Preis des Materials liegt bei knappen 3 Euro (bei 50x70cm). Welches Material das wohl ist? Das werdet ihr demnächst in meinem Blog lesen. Mehr Infos gibt es nicht 😉

Werkzeuge für Thermoplasten

Als nächstes zeige ich euch, mit was ich die Materialien bearbeite. Im Grunde genommen nutze ich wie viele einen Heißluftföhn, um die Materialien zu erhitzen. Da viele es gefragt haben: ja, man kann auch einen handelsüblichen Föhn für die Haare nehmen. ABER, es dauert länger und das Material wird nicht unbedingt so heiß, das man es zu 100% nutzen kann (z.B. verklebt es womöglich nicht so gut miteinander).

Neben dem Heißluftföhn nutze ich auch eine Heißklebepistole, um Schaumstoff zu verkleben, bevor ich Thermoplasten nutze. Und natürlich ist Heißkleber für alles zu gebrauchen, das irgendwie verklebt werden muss 😉

Neben den normalen „Waffen“ einer Cosplayerin nutze ich aber auch Modellierwerkzeug (das ist eigentlich für Marzipan), um z.B. Rillen in die Oberflächen zu drücken oder das Material in Ecken anzupassen.

Für Befestigungen nutze ich gerne Ösen (wie man sie für Gürtel kennt), die ich in das Material eindrücke. Und zum Zuschneiden natürlich eine Schere, leider meine Schneiderschere (was ihr nicht machen solltet ;)).

Und damit sind wir auch schon am Ende der Werkzeuge! Zum Ende dieses Kapitels zeig ich euch aber noch etwas, was ich ebenfalls gerne zum Arbeiten mit Thermoplasten nutze: Draht!

Draht ist perfekt, um eine Grundfigur zu schaffen und zu stabilisieren. Ich nutze es für meine Rabenkrallen oder meine Kettenglieder. Es handelt sich hier um Blumendraht.

Grundierung für Thermoplastische Rüstungsteile oder Waffen

Kommen wir doch mal zu dem Bereich, der mir persönlich wichtig ist – aber verdammt viel Zeit frisst. Die Grundierung!

Ich kann euch nur raten: investiert bei der Grundierung ein wenig mehr Zeit. Das Ergebnis lohnt sich, auch, wenn ihr etwas geduldiger sein müsst.

Grundierung bedeutet bei mir in erster Linie: Holzleim kleistern. Ich mache meistens 2-3 Schichten unverdünnten Holzleim auf meine Rüstungen/Waffen. Mehr Schichten sind natürlich ebenfalls möglich (wird auch von vielen gemacht), aber ich persönlich schleife dann lieber aktiv.

Als nächstes folgt bei mir Gesso oder Grundierungsspray. Wenn ihr Gesso nutzen wollt, solltet ihr auf den richtigen Pinsel achten. Je feiner der Pinsel ist, umso glatter wird eure Oberfläche. Bei der Nutzung von Spray entfällt dies natürlich – kann aber sehr stinken 🙂

Für den Fall, dass größere freie Stellen bleiben (z.B. Schluchten oder grobe Einkerbungen), nutze ich Acrylmodellierpasse. Das ist keine Modelliermasse , sondern mehr eine Füllmasse. Aber es sollte nicht zu intensiv genutzt werden, das es auch sehr schnell rissig werden kann (wenn es entsprechend belastet wird).

Zum Schleifen nutze ich einen Dremel oder einen Aufsatz zum Schleifen mit Schleifpapier oder aber sogar Schleifpapier, das ich per Hand nutze (meistens aber erst im letzten Schritt). Das Schleifgerät, das ich mit dem Dremel benutze, war einmal bei Penny im Angebot und ist wirklich super!

Wenn es wirklich grob sein muss habe ich auch noch ein richtiges Schleifgerät. Das aber nur sehr selten im Einsatz ist, dieses Ungetüm habe ich eher per Zufall bekommen 🙂

Damit sind wir nun auch am Ende des heutigen Beitrags! Der nächste Eintrag folgt nächste Woche. Gleiche Stelle, gleiche Welle…  ich meine natürlich gleiche Cosplay Blog Seite 😉

Wenn ihr Fragen habt, dann klickt einfach auf den Button und schreibt mir eine Nachricht über Facebook! Ich beantworte alle Fragen 🙂

Eure Anonchi

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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2 Meinungen dazu

  1. Bärbel Stangenberg

    Hallo,
    ich suche dringend weiße Moosgummiplatten in 4 und 5mm Stärke. Auf deinem oberen Foto
    liegt zuunterst eine weiße Platte die dicker erscheint. Ist das weißes Moosgummi oder etwas anderes?
    Wo bekommt man diese Platten her? Ich brauche was größeres als die üblichen Bastelbögen.
    Kannst du mir da helfen?
    MIt herzlichen Grüßen,
    Bärbel Stangenberg

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