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Modellieren und Colorieren – Headpiece in 3 Abenden

Neue Woche, neuer Blogeintrag. Schön, das ihr euch hierher verirrt habt 🙂

Heute zeige ich euch, was in der letzten Woche so getrieben habe. Da ich Vollzeit arbeite und Ãœberstunden auch immer an der Tagesordnung sind, gibt es nicht viele Stunden, die ich in mein Cosplay investieren kann. Wie man aber dennoch an 3 Abenden ein komplettes Headpiece zaubern kann, zeige ich euch heute.

Generell geht es (wohl auch in den nächsten Wochen) um folgende Vorlage:

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Es handelt sich hierbei um ein einzigartiges Design des dunklen Phönix aus World of Warcraft. Und um das Kopfteil wird es heute im Speziellen gehen. Das Ergebnis wird am Ende wie folgt aussehen:

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Wer an der Stelle denkt: Hmm langweilig, für den ist der heutige Blogeintrag nichts, wer hingegen denkt: Boah geil, das muss doch mega viel Zeit kosten und wie macht man das, dem wird heute geholfen 🙂

Modellierung – 1. Abend

Fangen wir mal ganz am Anfang an. Ich habe das Kopfstück in drei Teilen geplant: den spiegelverkehrten Teilen links und recht und dem Mittelstück. Demnach habe ich auch mit dem Entwurf für die Seitenteile begonnen. Dazu reicht eine simple Beistift Vorlage.

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Für den nächsten Schritt habe ich diesmal kein Moosgummi benutzt, da man bereits an der Vorlage sehen kann, das hier wesentlich mehr Struktur von Nöten ist. Für diese Teile habe ich mein Plastazote herangezogen (EVA Foam geht auch) und aus meinem (ich glaube, es war 10mm) dicken Schaumstoff zwei Mal die Vorlage ausgeschnitten.

Tipp: Ich würde bei solchen Dingen immer dazu raten ein Skalpell zu benutzen, es geht schnell und ist um einiges genauer, als wenn man die Umrisse versucht aufzumalen und dann auszuschneiden.

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Der nächste Schritt ist der etwas nervigere Schritt – die Formen schleifen. Die Plastazote hat die dumme Angewohnheit beim Schleifen viele kleine schwarze Krümmel zu hinterlassen, die man noch wochenlang sieht. Um die meisten Krümmel zu vermeiden kann man aber zuvor die Form grob mit der Schere ausschneiden. Das erspart einiges an Arbeit (und Dreck!).

Tipp: Wenn ihr einen Dremel nutzt achtet darauf, das ihr die niedrigste Stufe eingestellt habt. Mein neuer Dremel ist sogar auf der niedrigsten Stufe eigentlich noch zu schnell, aber mit etwas Übung lässt sich der Schaumstoff sehr gut schleifen.

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Wenn die Form passt, kann das ganze entweder mit Latex Milch überzogen werden, oder wie in meinem Fall mit Worbla (Latex Milch habe ich selber noch nicht probiert). Das Ummanteln mit dem Worbla muss nicht die komplette Rückseite abdecken, aber zu 50% sollte die Rückseite mit Worbla bedeckt sein (allein der Stabilität wegen).

covered

Wichtig ist auch zu beachten: mit Worbla wird jedes Teil immer etwas breiter. In diesem Fall ist es nur minimal, aber wenn man mehrere Teile mit Worbla ummantelt passiert es schnell, das die ganze Struktur nicht mehr den ursprünglichen Abmessungen entspricht. Beachtet dies immer bei der Plannung.

Modellierung und Grundierung – 2. Abend

Die Seitenteile sind nun fertig und es geht an das Mittelstück. Hier habe ich nun mit Moosgummi gearbeitet. Das Mittelstück habe ich ebenfalls in zwei Teile unterteilt, die dann auf einander gedrückt werden. Dadurch habe ich auch räumlich die Struktur, die ich erreichen will.

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Bei den Einkerbungen habe ich mich nicht verschnitten, das ist Absicht 😀 Ich habe zum ersten Mal solche Einkerbungen ausprobiert und war damit am Ende auch sehr zufrieden. Wie man sieht, sind diese auch nur grob eingeschnitten.

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Beide Teile habe ich zu guter letzt einzeln mit Worbla ummantelt und die Feinheiten ausgearbeitet. Damit habe ich mein Mittelstück fertig gestellt. Im nächsten Schritt folgen die Steine. Ich hatte euch ja versprochen zu zeigen, wie ihr ganz einfach Steine für euer Cosplay bekommt. Das ist ein kleiner Trick, der nun schon an mehreren Stellen online vorgestellt wurde:

Cabo

Ich habe hierfür Cabochons genutzt. Das sind Glassteine, die man in allen möglichen Formen bekommt (zum Beispiel über Amazon). Die Rückseiten habe ich in zwei Schritten behandelt: zuerst glitzernden Nagellack und danach noch eine Grundfarbe (ebenfalls Nagellack). Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist eine super Alternative zum Steine gießen.

Im letzten Schritt heißt es alles zusammenfügen. Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus (inklusive kleiner Verzierungen im Mittelstück, an die ich hier zum Glück noch gedacht habe – Puh!)

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Zum Abschluss fehlen nur noch 2 Schichten Holzleim – 1 Schicht Grundierung (ich habe Gesso Spray genutzt) und 1 Schicht schwarze Acrylfarbe. Das sind nun Schritte, die natürlich Trockenzeit zwischendurch benötigen. Das kann man nicht unbedingt am selben Abend machen. Ich habe das ganze dann mal zwischendurch eingeschoben, die einzelnen Schritte kosten ca 15 Minuten für den Holzleim oder 2 Minuten für das Sprühen. Das lässt sich sehr gut mit der Arbeit kombinieren 🙂

Colorierung – 3. Abend

Die erste Farbschicht ist zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Kopfteil (die schwarze Acrylfarbe), damit kann direkt mit den weiteren Farben angefangen werden.

Ich arbeite immer gerne vom Groben ins Feine. Das heiß, ich beginne immer gerne mit den Grundfarben, die ich eher schnell und unordentlich auftrage. Das mache ich meistens mit einer alten Socke (der Struktur wegen), diesmal habe ich mich jedoch dazu durch gerungen nur mit einem Pinsel zu arbeiten.

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Für die Colorierung habe ich insgesamt nur 4 Farben genutzt: Bronze, Hellblau, Schwarz und Weiß. Bis auf die hellen blauen Highlights habe ich keine Farbe gemischt, alle sind direkt aus der ‚Tube‘ (also kein Hexenwerk).

Im zweiten Schritt kommen die Schattierungen hierzu. Dafür nutze ich schwarze Farbe, die ich zuvor auf einem Blatt etwas abtupfe, um grobe Schatten zu bekommen.

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Damit ist der Hauptteil der Arbeit bereits getan. Schon jetzt hat das ganze seinen eigenen Charakter und ich war auch schon am überlegen an der Stelle aufzuhören. Aber die Highlights geben dem Ganzen den letzten Schliff.

Highlights setze ich mit weißer Farbe (oder mit einem hellen Ton der Grundfarbe) und einem ganz dünnen Pinsel auf die Kanten. Hier sollte darauf geachtet werden, das diese Highlights so dünn wie möglich gehalten werden, da diese ansonsten zu erschlagend wirken.

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:

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Und damit sind wir auch schon am Ende. An drei Abenden habe ich dieses Kopfteil gezaubert und an zwei Abenden diesen Blogeintrag geschrieben. Damit bekommt man eine Woche ohne Probleme rum 🙂

Wer sich nun fragt, wie man das ganze befestigen soll, dem kann ich hier noch ein Bild von der Rückseite hinterlassen:2016-07-15 22.22.21

Ich habe auf der Rückseite zwei kleine Klamern befestigt. Die Gegenstücke werden an die Wig genäht. Das ganze habe ich bereits bei meinem letzten Cosplay mit Erfolg benutzt und ich kann jedem dazu raten 🙂

Letzter Tipp: Wenn ihr Befestigungen macht, versucht das Worbla immer gut miteinander zu verbinden. Ich nutze immer meinen Fingernagel und perforiere das Material, damit es sich besser verbindet. Dadurch habe ich bisher keine Befestigung verloren 😉

Damit wünsche ich euch angenehme heiße Tage

Eure Anonchi

Ãœber Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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