Startseite Benutzerblogs Anonchi HowTo: Vögelchen machen

HowTo: Vögelchen machen

Willkommen am Freitag morgen zu meinem neuen Blog Eintrag! Jap, ich schreibe noch immer gerne und kann einfach nicht aufhören 🙂

Einleitung

Diesmal ist das Thema mein zuletzt gemachter Stab. Wer mich bereits kennt hat bereits Bekanntschaft mit meinem Raben gemacht (der eigentlich ein Phönix sein soll uu). Das Original ist der Phönix Stab aus Guild Wars 2. Hier mal eine Referenz für alle, die ansonsten Googeln würden (und im Vergleich dazu mein Ergebnis):

574b49b505ba2_230px-Phnix-Stab.jpg.0cc91a6333624682043fa1d75e7f5102 574b4adb81f40_2016-05-0914.07.51.thumb.jpg.881f8bd977a6d95c58954afa4f462376

Kein leichtes Projekt und ich habe es am Anfang wirklich probiert 1:1 umzusetzen. Bin aber mal wieder gescheitert 🙂 (sollte man vielleicht nicht in einem HowTo schreiben XD), auf jeden Fall bin ich dann von dem Originaldesign etwas abgewichen und habe versucht das ganze so umzusetzen, das es für mich ‚passt‘. Das ist mir manchmal lieber, wie ein toter Vogel auf dem Stab. Daher habe ich mich entschieden ihn zum Leben zu erwecken. Federn habe ich leider auf die Schnelle (ich hatte nur 2 Wochen Zeit x.x) nicht in der Farbe gefunden, also bin ich auf schwarze umgestiegen. Wie heißt es so schön? Schwarz ist zeitlos!

Heute will ich euch ein bisschen zeigen, wie ich zu meinem Ergebnis gekommen bin. Ich werde mich auf den oberen ’spannenden‘ Teil des Stabes beschränken, da der untere Teil meiner Meinung nach eher langweilig zu modellieren ist :). Wenn ihr wissen wollt, wie der Stab in der Mitte zusammengebaut wird, müsst ihr in meinen Beitrag von vor 2 Wochen schauen, da erkläre ich das 🙂

Korpus

Fangen wir doch mal ganz einfach an. Wir wollen einen Vogel. Und dieser Vogel sitzt auf einem Stein – ergo: der Vogel darf nicht schwer sein, weil er sonst ganz sicher von dem Stein runterfliegt und man in Tränen ausbricht. Daher habe ich mir einen Trick zu nutze gemacht, der mir bereits letztes Jahr bei meinen Rabenschultern geholfen hat. Ich hab mir eine Form zum abformen des Worbla zu Rate gezogen. In diesem Fall habe ich die Form vom letzten Jahr wiederverwendet. Wie ist die zusammengebaut?

  • Draht und Schaumstoffreste miteinander zu einem Bündel verknäult
  • Modelliermasse drum gematscht
  • Grundierung drüber (Gesso)
  • Mit Öl eingerieben zum abformen (Achtung, ölige Hände und Worbla arbeiten sind echt übel, da brennen eure Finger noch mehr. Gut abwischen!)

Und fertig war die Form und der dann auch der hohle Vogel 🙂 zumindest bis auf den Kopf/Hals (für Kopf und Hals funktioniere die Form vom letzten Jahr nicht mehr). Für den Kopf und den Hals habe ich zwei Teile aus Moosgummi genommen, mit Worbla ummantelt und dann wie eine Tonne sozusagen geformt, damit sie plastisch wirken.

Feather_0.thumb.jpg.27f9a7ed95a5d603b90214274f5da03f

Der nächste Schritt für das Grundmodell sind die Flügel. Diese sind ein wenig mehr Ballast ausgesetzt und müssen daher stabiler sein (Federn sind in der Masse auch schwer, niemals unterschätzen!).

Daher habe ich die Flügel mit der Sandwichmethoden gemacht (Worbla/Moosgummi/Worbla) und diese am Korpus gut befestigt (das gibt noch immer einen leichten Wipp-Effekt :))

Man sieht hier auch schon die erste Schwanzfeder hinten rausschauen.

Feather_2.thumb.jpg.e7756c63c9b6599b60f8d2e4f8f834f4

Die Schwanzfedern habe ich mit Plastazote in 2 verschiedenen Stärken gemacht. Ich habe Streifen geschnitten und diese mit Worbla ummantelt, das hat super funktioniert. Einige lange Teile der Schwanzfedern habe ich um den Stab später gewickelt (das brachte noch mehr Stabilität für den Vogel – und gehört auch zufällig so zum Design ;)).

Da so ein Vogel auch Krallen braucht bin ich meiner eigenen Anleitung vom letzten Jahr gefolgt und habe aus Worbla (diesmal braune Reste) genutzt um mir ein paar Krallenfüße zu bauen. Wer Interesse daran hat, ich habe auf Cosvalley einen Beitrag dazu geschrieben. Der wird aktuell noch in die Anleitungen migriert :). Hier einmal ein Bild aus dem Tutorial, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt 🙂

574b44146e8a7_2016-05-0107.35.08.thumb.jpg.3d0c8058048c515311ac10e40b0aafba

Der Stab selber

Diese Krallen müssen auf einem Kristall stehen (siehe Referenz), also nehmen wir uns transparentes Worbla zur Hand und basteln mal zur Abwechslung Freihand. Nicht unbedingt die beste Idee, aber irgendwie hab ich es geschafft :). Damit das ganze auch nicht nur einfarbig ist habe ich von Innen mit Acrylfarbe den Stein in den Ecken bemalt (hätte ich besser so gelassen, ohne Farbe sah es besser aus >.>). Auf jeden Fall habe ich zuletzt noch rote Acrylfarbe reingesprüht, damit ich mein Steinchen hatte, auf dem ich den Rabenkrallen, die am Raben befestigt sind befestigen konnte.

feather_3.thumb.jpg.8ef8fe37637fe361f3bd0a4d30386dba

Bevor man dem Vogel den letzten Schliff geben kann muss dieser erst einmal stabil ’sitzen‘. Das heißt die Schwanzfedern müssen alle befestigt sein und die Krallen auf dem Stein sitzen. Das heißt, der obere Teil des Stabes muss fertig modelliert sein (das ist auch der Grund, weswegen ich heute den gesamten Teil erkläre und nicht nur das Vögelchen :)).

Nun kommen wir zu einem Teil, den ich diesmal ohne Worbla Magic ausprobiert habe und stattdessen bei Schaumstoff und Heißkleber geblieben bin. Wieso macht man so etwas? Weil man etwas ausprobieren will! Wie immer im Leben 🙂 Und ich finde den Effekt super! (Ich überlege in Zukunft öfters mal mit Heißkleber zu modellieren). Und vor allem, um zu zeigen, das ich auch mehr kann, als nur Worbla zu erhitzen ;D

Feather_7.thumb.jpg.eec8201ddaec0580a042185b3d17d738

So viel zum oberen Teil des Stabes. Dieser ist wie gesagt ohne Worbla (bis auf die Schwanzfedern, die sich herumschlingen) gemacht. Aber mit vielen Schichten Holzleim und Grundierung. das ganze dauert also etwas länger und schluckt etwas mehr Material (Holzleim/Grundierung). Der Schaumstoff bleibt geringfügig weich (weicher als Worbla), aber nicht so weicht, das man mit den Fingern tief reindrücken kann).

20160501_183241.thumb.jpg.8c8bbf75e3531df39a1121d19fbd7cfbUnd bevor ich es vergesse. Das, was mich an meinem Stab am meisten Zeit gekostet hat ist noch offen: die Schuppen….

Das ganze habe ich zweimal gemacht, einmal für oben und einmal für unten. Jede Schuppe habe ich einzeln Freihand ausgeschnitten, einzeln erhitzt und festgedrückt. Das ganze hat für oben und unten zusammen ca 8h in Kauf genommen (vllt waren es auch mehr? Irgendwann hab ich nur noch gejammert). Ich selbst mag den Effekt wirklich und würde es wieder tun. Wenn ihr selbst aber sehr geschickt in der Colorierung seid überlegt es euch gut, um ihr euch diese Arbeit WIRKLICH machen wollt! Ist nichts für schwache Nerven.

Federkleid

Kommen wir zum letzten Teil in diesem Tutorial: dem Federkleid für den Vogel. Hier habe ich mich versucht an realen Vögeln zu orientieren. Reale Vögel haben die Federn wirklich in der Haut ’stecken‘, daher sind Federn (ich habe künstliche genutzt keine Sorge) mit einem Stil ausgerüstet. Wir können diesen Stil aber hier nicht sinnvoll in das Worbla packen, das gibt nur Scherereien. Daher ist der erste Schritt die Präparation der Federn. Kiele abschneiden heißt es!

Info am Rande: Ich habe ca 10 Packungen Indianerfedern aus dem Idee Shop verballert! +2 Packungen für die Bauchfedern (das waren weichere/andere Federn).

Feathers_1.thumb.jpg.33ca18389c9fb81c9c37eb32c70f4cd5

Nach den Präparieren geht es auch schon los. Zuerst mit den Flügeln. Gestartet wird mit den untersten Federn, diese werden der Reihe nach immer leicht überlappend mit Heißkleber aufgeklebt (das geht sogar relativ schnell). die Spitzen sollten leicht über das Worbla drüberragen, damit man den Worbla Kern später nicht mehr sehen kann.

Danach wird die zweite Schicht aufgetragen, die Spitzen der zweiten Schicht sollten die Ansätze der ersten Schicht überlappen. Das ergibt das vogelartige Federkleid. Wenn ihr gespreizte Flügel habt (so wie ich) achtet darauf, das ihr das spreizen gegen Ende auch so abbildet (die Ansätze etwas näher aneinanderkleben). Zu guter letzt bleibt euch die oberste Reihe, die noch Ansätze zeigt. Hier muss ein wenig getrickst werden. Damit ihr mit Federn auch gebogene Stellen abdecken könnt müssen diese etwas geknickt werden (am besten mit dem Fingernagel einfach auf der Innenseite etwas eindrücken). Das ist jetzt vielleicht nicht mehr natürlich aber ein einfacher und schneller Weg, um euch zu behelfen 🙂

Feather_5.thumb.jpg.af01308049ebf81559c10703720b8cc1

Das Ergebnis ist dann die Flügeloberseite. Der Flügel hat aber natürlich auch noch eine Unterseite. Diese wird nach dem gleichen Prinzip gefüllt. Achtet darauf, das die Federn, die am Rand überstehen, ungefähr so weit herausreichen wie die der oberen Schicht.

Feather_6.thumb.jpg.fdf6f2d0452c84f53adab59e4a4ca97a

Das war der schwere Teil 🙂 den Rest des Vogels bedeckt man nach dem selben Prinzip mit Federn. Man fängt mit den unteren an (also hinten am Schwanz) und arbeitet sich vor. Für die Brust des Vogels habe ich weiche Federn genutzt (ebenfalls vom Ideen Shop). Das verdeckt auch sehr gut den Ansatz der Krallenfüße (den Übergang).

Abschluss

Zum Abschluss zeige ich euch noch das Ergebnis vom Stab. In Einzelteilen in Nahaufnahme und zusammen mit meinem Cosplay am Ende 🙂

staff_2.thumb.jpg.3f92c6355e85e624cc6ee30b5b7a5721

Habt ihr noch Fragen? Dann schreibt mich ruhig an! Ich bin auf Cosvalley zu erreichen per PM oder auf Facebook über meine Seite AnonchisCosplay!

Die Materialien, die ihr hier seht kann man bei folgenden Shops erwerben:

  • Worbla (normal, black und transparent), Plastazote Schaumstoff: MyCostumes
  • Acrylfarbe, Acrylspray, Federn: Idee Shop

Bis zum nächsten Blog Eintrag!

Eure Anonchi!

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

Auch interessant

Lederstiefel nähen

Lederstiefel nähen

Hallo, meine Lieben, Ich habe mich daran gewagt, aus einem normalen Ballerina einen Stiefel zu …

Worbla's Crystal Art im Materialtest

Materialtest: Worbla’s Crystal Art

Seit einigen Wochen habe ich das neue Worbla’s Crystal Art bereits bei mir liegen und …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.