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Intermezzo: Worbla Rüstungen erstellen

Da wären wir bei einem kleinen Intermezzo 🙂

Wer meinen Blog verfolgt weiß, das ich sehr viel über Rüstungsbefestigungen die letzten Wochen geschrieben habe. Aber nachdem ich nun über verschiedene Kanäle auch Fragen bekommen habe, die sich auf den allgemeinen Prozess beziehen wollte ich euch heute mal durch den Prozess des Entwurfs bis hin zu dem fertigen Rüstungsstück mitsamt Befestigung führen.

Nach wie vor: Fragen über Cosvalley an mich oder auch per Facebook über meine Seite Anonchis Cosplay sind gerne gesehen 🙂

Einleitung

Heute werden wir ein wenig weiter ausholen, was Rüstungen angeht. Wichtig ist aber wie immer: es führen viele Wege nach Rom! Nur weil ich hier davon schreibe, wie toll ich das doch finde, heißt das nicht, dass es der beste Weg ist.

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Also bitte – immer selber ausprobieren, was euch besser gefällt und vor allem besser liegt 🙂

Vielleicht macht ihr ja bessere Rüstungen/Cosplays mit einem Blatt Papier und Schuhcreme ;D

Entwurf

Interessant ist immer der erste Schritt: der Entwurf. Wie bekommt man seine Gedanken auf ein Blatt? Wie schafft man es sein Vorbild so umzusetzen, damit es nicht aussieht wie ausgekotzt?

Hierzu gibt es verschiedene Wege. Ich will euch heute mal einige Wege vorstellen, die ich ausprobiert habe oder noch vor habe auszuprobieren.

Pen & Paper Methode

Die mir liebste Methode ist noch immer ein Blatt Papier und ein Stift. Ich male ein ungefähres Bild von dem, was ich haben will. In meinem Beispiel hier nun Beinschienen. Und dann überlege ich wo es noch ein bisschen mehr sein kann, wo die Form nicht stimmt, wo ich noch mehr Änderungen machen muss. Am Ende kommt meistens ein Muster raus, das mindestens an 3 Stellen mit Tesa erweitert wurde und um mich herum liegt jede Menge Papier. Je nachdem wie viel ich reparieren musste und was ich noch machen möchte mit der Vorlage übertrage ich diese erst einmal auf ein reines Papier.

Scratch

Das ist dann meine Ausgangslage um ein Rüstungsteil anzufertigen. Das übertrage ich dann auf Moosgummi und weiter geht’s 🙂 aber dazu später mehr.

Rechner unterstütze Methode

Natürlich kann man das auch alles am Rechner machen. Es gibt Tools, die da einen sehr gut unterstützen können. Ich selbst habe es noch nicht ausprobiert, bin aber auch ganz heiß darauf es auszuprobieren 🙂

Da gibt es zum einen Pepakura. Das ganze sieht sehr vielversprechend aus und wird eigentlich benutzt, um Papercraft zu betreiben. Man kann 3-D Modelle zerlegen und bekommt alles zum Ausdrucken vorgegeben. Die ausgedruckten Teile schneidet man aus und fügt sie zu dem Objekt zusammen. Das kann man bis ins kleinste Detail verfeinern und ausleben. Es gibt einige Files zum ausprobieren und über eine Community zu erwerben. Das Erstellen solcher Pepakura Designs ist aber wohl eine Wissenschaft für sich. Für ungeduldige Menschen nicht ratsam 🙂

Hier mal ein kurzes Beispiel, wie das aussehen kann.

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Aber es gibt auch ‚einfachere‘ Methoden, um sich Vorlagen zu erstellen. Photoshop kann hierzu eine gute Methode sein. Wenn ihr eine Vorlage habt, dann ladet diese in Photoshop und fügt eine Ebene drüber. Auf dieser Ebene könnt ihr mit einfachen Zeichentools die Kanten eurer Vorlage nachfahren (das ist wie vom Bildschirm abpausen). Am Ende habt ihr die Möglichkeit euer ‚Model‘ in der Größe zu variieren, damit es der Größe entspricht, die ihr wollt.

Handelt es sich hier um den heiligen Gral des Cosplays? Nein, leider gibt es auch wieder Randbedingungen. Wenn ihr ein 3D Objekt darstellen wollt müsst ihr stets daran denken, das ihr auf eurem Bildschirm nur 1 Sicht auf das Objekt erhaltet. Wenn ihr zum Beispiel Schultern modellieren wollt werdet ihr schnell feststellen, das ihr zum Beispiel eine Rundung größer ausfallen muss, wie es in der Frontalansicht den Anschein macht.

Als Basis aber eine gute Voraussetzung, um dann eine Verfeinerung mit der Pen&Paper Methode durchzuführen 🙂

Modeling by Doing

Eine Methode die bei Cosplayern gerne verbreitet ist. Man fängt einfach irgendwie an und rettet es am Ende irgendwie. Dazu würde ich nicht raten 🙂 macht euch ruhig vorher Gedanken darüber wie alles am Ende zusammen kommen muss. Zu 100% ausgeklügelt muss das nicht sein, aber zumindest solltet ihr einige Fragen im Vorfeld beantworten können:

  • Wie befestige ich das ganze?
  • Wie mache ich es leicht?
  • Wie kann ich es einfach an- und ausziehen?
  • Welche Teile müssen fertig sein, bevor ich weitere Teile befestige (manchmal grundiert man schwer erreichbare Teile besser schon vorher)

Wenn ihr das könnt – dann los 🙂

Ansonsten gibt es immer ein paar kleine Feinheiten, die man einfach on the run umsetzt. Für einen Stab habe ich zum Beispiel Schuppen hergestellt. Diese habe ich ohne Vorlage einfach frei Hand aus dem Worbla ausgeschnitten. Manch einer würde die Hände über den Kopf zusammenschlagen, aber ich finde es sehr passend (auch, das es nicht zu 100% akkurat ist).

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Modellierung

Jetzt wird es interessant. Nun gehen wir davon aus, das wir unsere Vorlage haben (Modeling by Doing lassen wir hier mal außen vor ;)).

Der nächste Schritt ist, das wir diese Vorlage umsetzen wollen. Dazu gibt es ein paar wichtige Punkte, zu denen ihr euch JETZT schon Gedanken machen solltet.

Wie sehr wird das Rüstungsteil belastet – welches Material nutze ich dafür?

Viele gehen davon aus, das jedes Rüstungsteil wie das andere ist. Besonders Anfänger (ja ich zähle mich dazu) tendieren dazu einfach alles nach dem selben Schema zu machen und am Ende merkt man wie instabil doch einige Teile sind (ja, auch das trifft auf mich zu – aber ich lerne dazu, daher erläutere ich euch meine Kenntnisse ;)).

Ich teile Rüstungsteile in drei Kategorien ein (daher auch die Materialwahl):

  • Rüstungsteile mit viel Belastung (Brustrüstung oder Schuhe): Diese Teile sind sehr vielen Bewegungen ausgesetzt. Diese Teile müssen entsprechend stabil sein. Hier bietet sich normales Worbla (das braune) an, da es stabiler ist, wie die schwarze Variante. Auch Cosplayflex ist hier denkbar. Beide Materialien sind sehr stabil und halten Bewegungen gut stand. Je nachdem wie ihr körperlich gebaut seid ist zur zusätzlichen Stabilität die Sandwich Methode anzuraten
    • Sandwich Methode? – Das bedeutet ihr nehmt Worbla + Moosgummi/Foam + Worbla das gibt dem ganzen noch mal zusätzlich Stabilität.
    • Braunes/Schwarzes Worbla? – Braunes Worbla ist das normale Worblas Finest Art, während das schwarze Worbla auch Worblas Black Art genannt wird
  • Rüstungsteile mit mittlerer Belastung (Armschienen oder Beinschienen): Derartige Teile werden zwar belastet, aber sind nicht permanenter Bewegung ausgesetzt (bei Armschienen ist das natürlich von der Form abhängig). Für das Grundgerüst würde ich hier trotzdem zu normalen (braunen) Worbla raten. Wenn bereits die Ränder sehr fein oder dünn ausgearbeitet werden sollen ist das schwarze Worbla auch ratsam (aber Achtung: dünne Stellen aus schwarzem Worbla können durch ein Anrempeln bereits brechen!). Hier reicht in der Regel auch die 2 Layer Methode, wenn es die Befestigung erlaubt.
    • 2 Layer Methode? – Ihr schlagt die Ecken eures Worbla um die Kanten des Mossgummi. das Innenleben bleibt somit fast komplett Moosgummi. Das ist angenehmer zu tragen, dünner und flexibler
    • Befestigungen! – Befestigungen sollten mit Worbla AUF Worbla geschehen, ansonsten werden sie garantiert abfallen. Wenn ihr eine Befestigung auf der Innenseite plant nutzt ein wenig mehr Worbla in der Innenseite, um den Halt gewährleisten zu können.
  • Rüstungsteile mit nahezu keiner Belastung (Schultern oder Kopfstücke): Schulterplatten zum Beispiel sind meistens einfach nur schwer zu befestigen und sind schwer (teilweise). Aber wirklich Belastung sind sie keiner ausgesetzt, hier reicht schwarzes Worbla. Aber vergisst trotzdem nicht, das ihr angerempelt werden könntet (schwarzes Worbla = bricht gerne auseinander). Und besonder bei Kopfstücken gilt eigentlich: keine Belastung – liegt nur auf dem Kopf. Hier braucht ihr euch eigentlich am wenigsten Sorgen machen.

Allgemein gilt: Cosplayflex und jegliches Worbla ist untereinander kompatibel. Ihr könnt also fröhliches alles zusammenkleben und am Ende für jede Komponente entscheiden, welcher der Materialien am besten geeignet ist. Zu weiteren Eigenschaften der Materialien werde ich beim Schleifen noch weitere Infos geben.

Jetzt aber los!

In meinem Beispiel heute habe ich mich dazu entschieden mit der 2 Layer Methode zu arbeiten und schwarzes Worbla zu nutzen (Oberarmschienen). Die Armschienen rutschen zwar manchmal, aber sind ansonsten nicht stark belastet.

Zuerst einmal habe ich meine Vorlage auf Moosgummi übertragen. Das geht entweder mit einem Stift oder aber direkt mit dem Cutter Messer (das wird genauer).

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Tipp: Bei symmetrischen Teilen modelliert beide Teile gleichzeitig. Ein zweites Teil genauso zu modellieren wie ein bereits fertig gestelltes ist um einiges schwieriger als die Schritte parallel zu machen.

Habt ihr erst einmal eure Moosgummi Vorlage (oder Schaumstoff bei zum Beispiel dickeren Elementen) kann es mit dem Worbla losgehen. Schneidet ein Stück Worbla zurecht, das ca 1-2 cm größer ist wie eure Vorlage und ummantelt das Worbla damit. Das Ergebnis könnte dann wie folgt aussehen:

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Ein Problem, das entstehen könnte sind Ecken, die zu dick sind. Wenn ihr das Worbla ummantelt werdet ihr merken, das Ecken das (eigentlich) größte Problem sind. Ihr könnt diese entweder einfach festdrücken (wozu ich nicht raten würde) oder sie nach oben klammen, horizontal zusammenklemmen und dann abschneiden. wer sich das Bild genauer ansieht wird merken, das meine Ecken nur minimal überlagern 🙂

An dieser Stelle habt ihr euch wohlgemerkt schon dafür entschieden, das ihr euch um die Verzierungen erst später Gedanken macht. Man kann auch bereits Verzierungen/Erhebungen im Vorfeld aus Moosgummi zurecht schneiden und auf die Moosgummi Vorlage kleben. Das bedeutet, das ihr das Worbla beim ummanteln bereits um die Verzierungen drückt und somit schon einen Schritt weiter seid.

Wer wie ich gerne erst einmal die Grundform macht und sich später über die Kleinigkeiten Gedanken macht, müsste einfach diesen Weg weiter verfolgen. Der nächste Schritt ist formen!

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Wenn ihr die Teile an eure Körperteile anpasst achtet darauf, das ihr die richtige Temperatur erwischt (zwischen „Aua – scheiße ist das heiß“ und  „das will sich nicht bewegen“).

Wenn ihr dann mal die Form habt heißt es meistens erst einmal nicht rühren und warten bis die Teile soweit erstarrt sind, das ihr sie ablegen könnt. Und auch hier würde ich euch wieder raten beide Teile gleichzeitig zu formen. Jetzt ist es noch einfach (wie man sieht haben die Teile nicht viele Punkte, an denen man sie vergleichen muss/kann).

Der nächste Punkt ist nun interessanter (und entspricht meiner Blogreihe ;)): die Befestigung

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Ich habe Metallösen eingesetzt (was sich als sehr gute Befestigung erwiesen hat!) und diese später mit einem Band zugebunden. Das ganze ist bei Worbla natürlich nicht so einfach, wie bei Stoff. Ihr braucht hierfür auf jeden Fall eine Nietenzange (ich glaube, das die so heißt) und einen Nagel. Der Nagel sollte ungefähr den Durchmesser des Loches haben. Erhitzt das Worbla und sticht mit dem Nagel hindurch, um das Loch vorzuformen. Danach ist das Einsetzen umso einfacher und es hält 🙂

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Damit haben wir die Grundform geschaffen. Der nächste Schritt ist nun optional (je nachdem, ob ihr die Verzierungen schon zuvor auf das Moosgummi geklebt habt.

Verzierungen for dummies

Jede Rüstung ist anders, jede Verzierung ist anders. Wichtig ist, wenn ihr eine komplette Rüstung baut mit wiederholenden Elementen: sucht euch eine einfache und vielleicht sogar schnelle Methode diese Verzierungen immer wieder gleich zu gestalten. Wenn es auf jedem Teil anders aussieht macht euch das selber auch keinen Spaß.

Hier stelle ich euch mal eine meiner Methoden vor – die Toblerone Methode! Wer nicht weiß, was Toblerone ist: Das da

Zur Herstellung habe ich Plastazote verwendet. Das ist ein Schaumstoff den es in verschiedenen Stärken gibt. Er ist angenehm zu verarbeiten und nur zu empfehlen. Das Material ist vor allem sehr ergiebig. Ich habe mir vor 2 Jahren mal 2 Platten bestellt und habe es noch immer nicht komplett aufgebraucht. Zum füllen von ‚breiten‘ Rüstungsteilen oder Waffen ist es sehr zu empfehlen.

Schritt 1: Streifen aus Plastazote schneiden (ich habe direkt zwei gemacht, damit ich die Verzierungen identisch herstellen kann für beide Seiten ;))

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Und nun kommt die Toblerone zum Einsatz. Genauso wie bei der Toblerone schneide ich die Kanten ab, damit ich eine Dreieck Form habe (das war mein Ziel bei den Verzierungen). Wenn es eine runde Form sein soll müsst ihr halt noch mehr schneiden 🙂 Schnibbelt das ganze so gut es geht zurecht, bevor ihr es mit Worbla ummantelt (hier ist das schwarze Worbla sehr ratsam ;)) Die Enden solltet ihr bereits Spitz zuschneiden (wenn nicht anders gewollt), damit ihr dünner werdende Enden formen könnt.

Hinweis: Die goldene Regel bei der Arbeit mit Worbla und Schaumstoff ist: je sauberer eure Basis ist, umso sauberer ist das Ergebnis!

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Das formen mit dem Plastazote und dem schwarzen Worbla funktioniert wie von alleine. Ganz einfach könnt ihr nun auch spiegelverkehrte Verzierungen Formen 🙂 Ich für meinen Teil bin der Meinung so schön symmetrisch hätte ich das nicht bekommen, wenn ich versucht hätte das ganze auf dem Moosgummi erst zu bekleben. Aber das ist Geschmackssache 🙂

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Nun heißt es nur noch gut befestigen und ihr habt die Modellierungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen! Denkt immer daran, dass das Worbla gut erhitzt sein muss, damit es auch auf Dauer kleben bleibt. Für das schwarze Worbla ist die richtige Temperatur die, bei der ihr es wirklich gerade noch anfassen könnt. Ein „Aua“ ist da leider nicht selten 🙂 Wer Angst um seine Finger hat kann sich aber auch Handschuhe besorgen. Die gibt es zum Beispiel bei MyCostumes zu kaufen (Plastazote inzwischen auch).

Grundieren und Schleifen

Ihr habe modelliert und freut euch auf die Farbe? Pustekuchen!

Schleifen und Grundieren sind die wichtigsten Schritte überhaupt. Macht ihr das nicht könnt ihr eure Farbe auf der Con von der Rüstung wieder abziehen. Und hässliche Ecken fallen euch sicherlich dann auch auf den ersten Fotos direkt auf.

Wie also nun vorgehen? Jeder Cosplayer hat hier seine eigene Reihenfolge und Vorgehensweise. Am besten gelaufen bin ich mit der folgenden Reihenfolge:

  • Schleifen (mit einem Dremel zum Beispiel), um die groben Ecken raus zu kriegen – das Worbla wird beim schleifen erhitzt, also Achtung!
  • Holzleim (eigentlich nehme ich gerne 2 Schichten unverdünnt, das ist meistens glatt wie ein Babypopo. Bei feineren Strukturen tendiere ich zu 2 Schichten leicht mit Wasser verdünnt) – das verschließt die Oberfläche und macht sie glatter
  • Grundierung (Gesso z.B. oder Grundierung zum sprühen) – würde ich auf jeden Fall empfehlen, da ansonsten die Farbe auch zu schnell wieder abblättert. Ich bestreiche in der Regel meine Rüstungen mit 2 Schichten Gesso
  • Schleifen (mit Schleifpapier): das Gesso hinterlässt manchmal gerne schlieren (wenn es keines zum Sprühen ist) oder kleine Klumpen. Die Oberfläche schleife ich danach noch einmal roh ab
  • Grundierung mit Basisfarbe (Acrylspray zum Beispiel): meistens sind meine Rüstungsteile eher dunkel angehaucht. Daher sprühe ich sie einmal komplett mit schwarzer Acrylfarbe ein. Das ist dann eine gute Basis, um mit der Farbe direkt anfangen zu können.

Das mal als kurze Zusammenfassung. Es ist eine sehr nervige Arbeit, aber je sauberer und intensiver ihr diese Schritte verfolgt, umso besser wird euer Ergebnis aussehen – versprochen 🙂

Zu dem Kapitel gibt es auch keine Bilder, das ist immer der Augenblick in dem man keine Lust auf gar nichts mehr hat 🙂

Colorierung

Eine etwas angenehmere Arbeit ist es, wenn man endlich dazu kommt Farbe einzusetzen. Unabhängig davon, das es auch bedeutet, das man fast fertig ist~

Hier wird eure Rüstung nun wirklich lebendig und ihr könnt euch austoben.

In der Regel gibt es zwei Methoden, die man verfolgen kann. Welche für euch am einfachsten ist und die besten Ergebnisse liefert müsst ihr selbst entscheiden. Vielleicht ist es auch eine Kombination? Oder mehrmaliges wiederholen?

Von dunkel nach hell

Dies ist eine der geläufigsten Methoden. Man startet mit einer dunklen Grundfarbe und wird mit jeder Farbschicht heller. Gerne für Glanzeffekte von Rüstungen in Benutzung.

Von hell nach dunkel

Es ist auch möglich genau anders herum an die Colorierung ranzugehen. Man fängt mit einer hellen Farbe in der Mitte an und arbeitet sich dunkel nach außen.

Ich persönlich kombiniere gerne beide Methoden. Ich arbeite erst von dunkel nach hell in die Mitte, aber gehe danach noch einmal den Weg von hell nach dunkel zurück, um dann den Effekt noch zu verbessern.

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Ich habe dafür als Beispiel mal meine Beinschienen herangezogen. Ganz links im Bild die Methode von dunkel nach hell. Wie man sieht bin ich nicht gerade sehr gut in der Methode, daher benutze ich sie nur als ersten Schritt 🙂 Genauso wie in der Mitte des Bildes für die Verzierungen.

Im rechten Teil des Bildes sieht man dann den Schritt von hell nach dunkel noch mal zuletzt. Diese Reihenfolge liegt mir persönlich am besten und mir gefallen diese Ergebnisse auch besser. Versucht euch selbst an den Methoden und findet das, was euch am besten liegt!

Und wer jetzt denkt: „Mäh, wie geht das nur… diese grobe Struktur im rechten Bild, ich kriege das mit meinem Pinsel nie hin“ – dem kann ich sagen: ich habe für die Colorierung auf diesem Bild keinen Pinsel benutzt (mit Ausnahme der tiefen schwarzen Ecken). Ich habe eine alte Socke missbraucht, mit der Socke habe ich in Farbe getunkt und dann mit dem Finger in der Socke die Farbe aufgetupft. Das ergibt einfach und schnell eine etwas grobere Struktur, die mir sehr gut gefällt.

Also als Tipp, wenn ihr etwas grobes braucht: nehmt eine Socke und malt mit den Fingern!

Versiegelung

Noch ist nicht aller Tage Abend und ihr seid auch jetzt noch immer nicht fertig mit eurer Rüstung (ja noch immer nicht). Wenn ihr die Farbe nicht an der Haut oder auf der Kleidung/dem Stoff haben wollt müsst ihr eure Rüstung versiegeln. Am besten gelingt dies mit Klarlack, den gibt es in Sprühflaschen und in drei verschiedenen Ausführungen. Hier einmal kurz das 1×1 des Klarlacks (das kenne ich zur Abwechslung mal nicht anders ;))

  • Matt – Matter Lack ist zu empfehlen bei Holzoptik oder allgemein Gebilden, die von Natur aus einen groberen und matteren Look haben
  • Seidenmatt – Hier wird es etwas glänzender, aber nicht zu übertrieben. Das ist der Allround Lack, der meistens für alles passt (besonders für Rüstungen und Waffen). Er verleiht einen leicht glänzen Eindruck, ohne zu künstlich auszusehen. Wenn ihr nicht wisst, welcher Lack passen könnt: nutzt seidenmatt!
  • Glänzend – Dieser Lack ist wirklich nur für z.B. Edelsteine zu empfehlen. Alle anderen Teile erscheinen sehr schnell unecht oder blenden im Licht einfach zu sehr. Hierzu würde ich wirklich nur in besonderen Fällen raten.

Abschluss

Damit sind wir auch schon am Schloss von dem riesen Ausflug in die Rüstungswelt! Heute bin ich mit euch einmal von vorne nach hinten alles durchgegangen, was wichtig ist zu beachten (zumindest denke ich das). Wir haben uns heute angesehen wie man Rüstungsteile entwerfen kann, worauf man bei der Planung achten sollte, wie man seine Rüstungen modelliert, grundiert und coloriert.

Wenn ihr noch fragen habt: nur raus damit! Ansonsten geht es nächste Woche weiter wie gewohnt mit einem Blog Eintrag zu Rüstungsbefestigungen. Der eigentlich letzte Eintrag, der wirklich noch von Rüstungen handelt. Es geht um Beinschienen und Schuhe. Übernächste Woche folgt dann der letzte Beitrag in der Reihe: Waffen 🙂

Bis dahin bastelt fleißig!

Eure
Anonchi

 

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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