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Schnitte

Schnittmuster

Hallo allesamt!
Habt ihr alle fleißig Kanzashi gebastelt? Ein paar eurer Ergebnisse habe ich schon gesehen und ich freu mich, dass ihr euch damit befasst habt!
Ich sammel zwischendurch immer neue Ideen und nachdem ich auch Rückmeldung von Lesern erhalten habe, befassen wir uns heute mit etwas, was mir mehrmals vorgeschlagen wurde; Schnittmuster!

Schnittmuster waren für mich am Anfang ähnlich unverständlich, wie komplizierte Mathe-Formeln.
Ich wusste weder, wie man gekaufte Schnitte benutzt, geschweige denn, wie man einen selbst erstellt!
Ein Schnittmuster ist wie eine Vorlage. Oftmals bestehen Kleidungsstücke aus mehreren Teilen; Vorderteil, Rückenteil, Ärmel, Besätze, Rockbahnen und so weiter. Ein Schnittmuster hilft dabei, die einzelnen Teile richtig zusammenpuzzeln zu können, den Aufbau eines Kleidungsstücks zu verstehen und es passend zu nähen, damit es am Ende gut sitzt. Zudem könnt ihr auf Dauer besser einschätzen, wie viel Stoff ihr für ein bestimmtes Kleidungsstück braucht; damit spart ihr euch Zeit, Geld und eine Menge Ärger. Denn nichts ist schlimmer, als zu merken, dass man ein kleines bisschen zu wenig Stoff für sein Cosplay hat, oder?

Gekaufte Schnitte

Schnittmuster
Gekaufte Schnitte sind oft erstmal etwas unübersichtlich…

Es gibt viele Firmen, die vorgefertigte Schnitte verkaufen; entweder einzeln oder als Zeitschriften. (Ich kenne beispielsweise Burda und Butterick)
Seit Jahren kaufe ich mir die Schnittmusterzeitschrift Burda. Für ein paar Euro erhaltet ihr da verschiedene, meist recht simple Schnitte für Jacken, Hosen, Röcke, Kleider, Blusen, Shirts…
Bei Zeitschriften kommt’s natürlich immer etwas drauf an, was gerade Mode ist. Im Sommer werdet ihr wahrscheinlich keine Schnitte für warme Wintermäntel finden.
Einzelschnitte sind teurer, aber das ganze Jahr über erhältlich. In größeren Stoffgeschäften gibt es oftmals Kataloge, in denen ihr die Einzelschnitte ansehen könnt. Es gibt neben normaler Alltagskleidung auch Abend- und Brautmoden oder Schnitte für Karnevalskostüme.
Ich persönlich benutze ausschließlich Burda Schnitte, wenn ich auf vorgefertigte Schnitte zurückgreife. Einen besonderen Grund gibt es dafür ehrlich gesagt nicht. Ich komme damit gut zurecht, aber ich habe andere Schnittmustermarken nicht wirklich getestet – bisher brauchte ich das noch nicht.
In den Zeitschriften findet sich aber neben dem Schnitt auch immer eine Nähanleitung; es wird praktischerweise erklärt, was wie genäht werden muss, wie man beispielsweise Taschen oder Reißverschlüsse einnäht und wieso ein bestimmter Abnäher wo sitzt.
Aber auch fertige Schnitte sind nicht perfekt: manchmal stimmen die Schnitte nicht ganz mit den angegebenen Konfektionsgrößen überein, manchmal passen Ärmel nicht in den Ärmelausschnitt, Knopfleisten sind zu lang oder zu kurz oder es sitzt trotz Abnäher nicht so wirklich.
Da es maschinell erstellte Schnitte sind, kann dies schonmal vorkommen – immerhin hat jeder andere Körpermaße. Ich persönlich schaue mir die einzelnen Teile erst immer nochmal an, bevor ich wirklich ans Nähen gehe. So beugt man kleinen Fehler schnell vor!
Zudem kann man manchmal ewig suchen und es gibt dennoch nicht den passenden Schnitt. Manchmal müssen Sie halt trotzdem abgeändert und angepasst werden.

Die Arbeit mit fertigen Schnittmustern hat aber einen Vorteil; man lernt das Prinzip eines Schnitts und kann leichter eigene erstellen.

Erklärung in einer der Zeitschriften
‚Erklärung‘ in einer der japanischen Zeitschriften.

In Japan gibt es zudem spezielle Cosplay-Schnittmuster-Zeitschriften. Ich besitze einen japanischen Mantelschnitt (den ich noch nie benutzt habe) und drei Gothic-Lolita Zeitschriften, in welcher ebenfalls Schnitte abgebildet sind. Und auch wenn ich kein Wort japanisch kann; die Schnitte sind nach dem selben Prinzip aufgebaut und daher, wenn man mit fertigen Schnitten bereits gearbeitet hat, einfach zu verstehen.
Oftmals finden sich gerade in den japanischen Zeitschriften auch andere Tipps und Tricks. Und in meinen sind sie auch mit Bildern super verständlich dargestellt. Ich würde mir also definitiv noch mehr davon besorgen, wenn ich die Möglichkeit mal habe 😉

Selbstgemachte Schnitte
Selbstgemachte Schnitte.

Selbst gefertigte Schnitte

Schnitte selbst zu fertigen kostet Zeit, Papier und oftmals ein paar Nerven – aber man ist viel freier, kreativer und kann auch mal Neues ausprobieren!
Ich hab damals mit damit angefangen, als ich eine riesige Rolle Papier geschenkt bekommen habe. Mein erstes Schnittmuster war total schrecklich. Es war labberig und platt, aber ich war sehr stolz! Heute weiß ich, Abnäher sind super wichtig und können die Passform deutlich positiv beeinflussen.

Dokomi Cosplay
Insgesamt hatte ich 15 einzelne Schnittteile für dieses Kleid!

Zudem macht Selbsterstellen euch unabhängig und ihr könnt alles individuell auf eure Maße anpassen.
Ich hab beispielsweise eine ziemlich breite Hüfte. Enganliegende Kleiderschnitte muss ich mir selbst erstellen, da die meisten, in der passenden Größe für meine Hüfte, an Taille und Brust viel zu weit sind.
Und direkt einen richtigen Schnitt zu nutzen ist meiner Meinung nach sehr viel einfacher, als alles am Ende abändern zu müssen.
Auf dem Bild könnt ihr eines meiner Cosplays für die Dokomi sehen. Und daneben liegt ein kleiner Teil des von mir erstellten Schnittmusters.
Es war eine Menge Arbeit, aber wahrscheinlich hätte ich eben nirgendwo genau so einen Schnitt herbekommen, wie ich ihn haben wollte.

Ob ihr einen Schnitt kauft oder selbst macht ist im Endeffekt eure eigene Entscheidung. Ich finde, die gute Mischung machts.
Wichtig ist nur, wenn ihr euch selbst ans Messen und Aufzeichnen macht; arbeitet genau und seid ehrlich zu euch selbst. Wenn ihr nicht die richtigen Maße nehmt, wirds auch nix mit dem richtigen Schnitt!
Arbeitet den Schnitt ohne Nahtzugabe aus und gebt diese erst beim Übertragen auf den Stoff dazu.
Und scheut euch nicht, mal Abnäher auszuprobieren. Gerade im Brust- und Taillenbereich haben sie mich schon oft vor einem ‚Kartoffelsack-Cosplay‘ gerettet.
Und vor allem; nicht aufgeben! Auch meine Schnitte sind nicht immer perfekt und ich mache das nun fünf Jahre. Auch gelernte Schneider verhauen manchmal einen Schnitt; das ist vollkommen normal. 😉

Und auch wenn das Cosplay noch so kompliziert zu machen aussieht – alles besteht aus einem simplen Schnitt, wenn man genau hinsieht. Ein ausladendes Ballkleid ist im Endeffekt nur ein Kleid – es besteht aus Oberteil und Rockteil. Eine Militäruniform ist nichts anderes als Jacke und Hose und Lolitaröcke leben im Endeffekt nur aus Stoffwahl und Details.
Und wenn ihr euch unsicher seid, es gibt sicher Leute, die euch helfen, den richtigen Schnitt zu nähen!

Demnächst kommt sicher noch mehr an Schnitterstellung, immerhin ist dies ein umfassendes Thema.
Wie immer; habt ihr Ideen? Dann nur her damit!
Ich würde mich freuen, von euch zu hören :3

Bis dahin alles Liebe!
Eure Desiree

Über Desiree

Desiree
Um ein guter Cosplayer zu werden, muss man einen hohen Berg erklimmen... - oder? Stimmt nicht! Alles was ihr braucht ist Motivation, Ehrgeiz, Spaß & vielleicht ein bisschen Mut. ;3 Ich bin Desiree, seit 2010 Cosplayerin und ich möchte euch die Welt rund um Cosplay nahe bringen. Tutorials, Reviews, Erfahrungen.. und ihr werdet merken, so steinig ist der Weg gar nicht!

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