Startseite Benutzerblogs Anonchi Cosplay Rüstungen befestigen – Teil 4: Gürtel- und Hüftrüstungen

Cosplay Rüstungen befestigen – Teil 4: Gürtel- und Hüftrüstungen

Es ist Freitag und wir gehen in Runde 4 meines kleinen Blogs über Rüstungsbefestigungen!

Erst einmal will ich Danke sagen für all die lieben Worte, die mich auf verschiedene Wege erreicht haben und die mir immer wieder zeigen, dass das hier doch jemand ließt 🙂

Einige haben es bereits getan, aber auch hier weise ich noch mal darauf hin, das ihr mich bei Fragen jederzeit anschreiben dürft! Wo bin ich zu erreichen? Zum einen hier auf Cosvalley.de und natürlich auf Facebook über meine Seite Anonchis Cosplay oder per Mail an beatricefriess@hotmail.de!

Egal was, ich helfe immer gerne und beantworte eure Fragen oder überlege stundenlang, wie man eure Rüstungsteile befestigen könnte. Wer glaubt, das er mir damit zur Last fällt muss ich sagen: Ich freue mich über so etwas riesig und es macht mir immer wieder Spaß neue Ideen auszubrüten, also fragt nur!

Aber zurück zum Blog – heute geht es um die Befestigung von Gürteln und von Hüftrüstungen! Außerdem zeige ich euch, wie ich Worbla an Kunstleder befestigt habe!

Dafür nehme ich zwei meiner Cosplays heute zum Beispiel:

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Einleitung

Wer kennt es nicht, schwebende Rüstungsteile, die irgendwie an den Hüften befestigt werden müssen? Es gibt viele Tricks, wie man das ganze halbwegs ‚fliegend‘ bekommt. Natürlich ist das ganze auch situationsabhängig, jede Rüstung ist eine eigene Herausforderung und ich habe erst 2 auf meiner Liste, aber vielleicht hilft bereits das, was ich aktuell schon ausprobiert habe 🙂

Gürtel

Für einen Gürtel gibt es zwei Varianten: verstellbar und nicht verstellbar. Je nach Situation kann man das ein oder andere bevorzugen. Für meinen ersten Gürtel habe ich die nicht verstellbare Variante bevorzugt – und es kommt, wie es kommen muss. Ich habe kurz vor der Con abgenommen und den Gürtel verzweifelt mit Sicherheitsnadeln an meiner Robe befestigt.

Daher Runde 2 verstellbar! Damit war ich bisher am besten bedient, aber das müsst ihr am Ende selbst entscheiden 🙂 Je nachdem, wie schwer euer Gürtel wird und wie sehr euer Gewicht vor einer Con variieren kann.

 

Gürtel nicht-verstellbar

Aber erst einmal zur Erklärung, was ich mit verstellbar und nicht verstellbar meine. Für einen nicht verstellbaren Gürtel (also ein Gürtel fester Länge) habe ich eine Schnalle aus Plastik benutzt, wie man sie sonst von Rucksäcken kennt. Das ganze habe ich hinter meiner Gürtelschnalle (mit meinem fancy total komisch aussehenden Totenkopf) versteckt. Der Vorteil an solchen Gürtelschnallen ist vor allem auch, das man sein Battery Case hier drin nett versenken kann 🙂

 

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Super leicht zu verstecken und an/auszuschalten.

Diese Batterie war das Herzstück für alle LEDs, die ich am Körper trug (ausgenommen von den Schultern). Das heißt Arme, Kopf, Gürtel (vorne und hinten) wurden damit versorgt. Arme und Kopf sind in Reihe geschaltet, und die zwei Steine am Gürtel auch jeweils in Reihe und das zusammen parallel geschaltet.

Und Strom fließt ja leider nicht durch die Luft. Daher war ich im Innenleben ziemlich verkabelt 🙂

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Hier könnt ihr sehen, wie ich ein Seitenteil am Gürtel befestigt habe. Mit Ringen aus Worbla und Stoff habe ich das ganze am Gürtel befestigt. Es hat super gehalten, auch, wenn es wie ein Chaos aussieht. Rechts im Bild könnt ihr auch den Kabelverlauf sehen, den ich in einer Stofffalte versteckt habe. Alles fest vernäht natürlich, damit es nicht rausrutscht 🙂

Als Grundlage für den Gürtel habe ich einen Jeansgürtel genommen, den ich noch von einem alten Mantel hier rumliegen hatte. Das Material was ihr wählt sollte nicht zu weich sein. Ich für meinen Teil hatte das Problem, das der Stoff irgendwie weich wurde und das Gewicht der Seitenteile den Gürtel etwas eingedellt hat. Also wählt lieber zu harten Stoff, als zu weichen 🙂 Aber von einem Worbla Gürtel würde ich in der Regel abraten. Er ist vielleicht auf den ersten Blick sehr stabil, aber auch verdammt unbequem.

Gürtel verstellbar

Eine Alternative ist eine verstellbare Lösung, die ihr je nach Lust und Laune enger und breiter stellen könnt. Hierzu habe ich bei meiner zweiten Variante zwei Löcher mit Metallösen ausgestattet und das ganze einfach zusammengebunden. Dadurch habt ihr die Möglichkeit den Gürtel fester oder lockerer zu schnüren.

Belt_4

Wie man auf dem Bild erkennen kann habe ich diesmal für den Gürtel eine andere Grundlage gewählt. Diesmal habe ich Plastazote genommen und mit Leder ummantelt, da der Gürtel dieses Mal sichtbar war. Die Einzelteile sind auf zwei Varianten befestigt.

Die Seitenteile bilden mit zwei D-Ringen und einem Gummiband eine Öse, durch die ich den Gürtel durchziehen kann. die anderen Teile (im rechten Teil zu sehen) besitzen D-Ringe beziehungsweise Schlitze. Teilweise werden die D-Ringe durch die Schlitze gezogen, bevor alles miteinander befestigt wird.

Wie befestigst man das ganze nun an dem Gürtel?

Mit einem Gummiband 🙂

Ich habe das Gummiband um den Gürtel herumgezogen (gewickelt) und auf der entsprechenden Höhe durch die D-Ringe gezogen. Dadurch war das ganze fest genug gezogen und hatte noch genug Spannung, um nicht abzubrechen/abzureißen. Bei dieser Befestigung musste ich bisher auch noch nichts einbüßen, alles hält bombenfest 🙂

Tipp am Rande: Wenn ihr an Befestigungen arbeitet, bedeuten harte Materialien nicht gleich Stabilität. Ihr bewegt euch, dementsprechend wird auch das Material belastet. Wenn ihr dicke Gummibänder nutzt, sind diese in der Regel sehr stabil und leiern nicht aus – geben aber eurer Rüstung die nötige Bewegungsfreiheit. Wenn ihr jedoch kleben und/oder mit Worbla befestigen bevorzugt denkt daran: das Material kann brechen, wenn es zu viel Bewegung ausgesetzt ist.

Und der Transport wird die Hölle 🙂 Bei der Hüftrüstung meiner Norn hatte ich die Möglichkeit jedes Teil einzeln zu transportieren, wodurch die Fahrt zur LBM ein Kinderspiel wurde

Worbla und Kunstleder

Jetzt kommen wir man zu einem anderen Bereich. Befestigungen haben wir für heute abgehackt, aber wie verdammt noch mal geht das jetzt mit dem Leder und dem Worbla. Ganz einfach – erhitzen und draufdrücken 🙂

So spektakulär ist das ganze also gar nicht.

Worbla hat von Natur aus eine selbsthaftende Eigenschaft und kann dadurch einfach auf das Kunstleder gedrückt werden. Das ganze hält sogar in gewissen Maße Bewegungen aus. Bei dem Gebaumel meiner Norn (wer mich mal gesehen hat weiß, dass das Zeug auch klappert wie bei einem Pferd) habe ich manchmal Teile gehabt, die sich etwas gelöst haben, aber das war mit Sekundenkleber schnell zu fixen.

Bevor das Cosplay wieder zum Einsatz kommt wird es immer noch mal mit dem Heißluftföhn bearbeitet, um die Haltbarkeit wieder zu gewährleisten, aber bei Teilen, die stabil sind (die Seitenteile haben zum Beispiel ein Gerüst aus Worbla) hält es Bombe.

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Dazu dieses Bild. Im linken Teil seht ihr meine ‚kleinen‘ Teile, auf die ich das Worbla einfach drauf gedrückt habe. Im rechten Teil des Bilden ist eines der Teile, das mir eher Probleme gemacht hat (eines der Teile, das ich immer mal wieder dran drücken muss) – der Grund ist ganz einfach: die Fläche, die das Leder berührt ist um einiges geringer im Vergleich zur Masse.

Wenn ihr also vor habt auf Kunstleder größere Gebilde zu befestigen, würde ich euch dazu raten diese mit zusätzlichen Methoden zu befestigen.

Zusätzliche Methoden?

Ein Beispiel hierfür ist, das ihr auf der Fläche, wo ihr das Stück befestigen wollt, ein Loch macht und die Innenseite ebenfalls mit Worbla bedeckt. Das Ergebnis sollte Worbla Gebilde – Stoff – Worbla sein mit einem Verbindungselement in der Mitte für das Worbla. Das gibt zusätzlichen Halt.

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Zu guter Letzt ist da noch ein Punkt zum Thema Kunstleder – ihr braucht speziellen Lack zum versiegeln. Ich habe mit Acrylfarbe das ganze bemalt und dann zu guter Letzt das Problem gehabt, dass das alles etwas klebrig wurde (oh Gott diese Menschen mit Plastiktüten auf der LBM waren mein Alptraum). Normaler Klarlack ist ebenfalls klebrig. Aber es gibt extra Lack für Leder, das ihr nutzen könnt 🙂 Tut das bitte!

Zusammenfassung

Viel Gehänge, viel um die Stabilität – es gibt einiges zu beachten, wenn ihr einen Gürtel baut und einiges zu befestigen habt. Oftmals sind dicke Gummibänder eher zu wählen, wie Geklebe und/oder Worbla bauten.

Wenn es aber um Leder und Worbla geht, funktioniert das im Zusammenspiel besser, wie man denkt.

Woran aber natürlich immer zu denken ist – ihr müsst das ganze irgendwie transportieren 🙂

Dazu zum Abschied heute ein Bild von meinem Gepäck zur LBM – meine GESAMTE Rüstung ist auf diesem Bild versteckt, inklusive Kleidung für das komplette Wochenende.

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So viel zu heute – nächste Woche geht es weiter mit…. Beinen und Füßen? Nein! Wir schieben ein kleines Intermezzo ein! Nächste Woche zeige ich euch, wie ich meine Oberarmschienen entworfen – gebaut und befestigt habe! Über die Colorierung werde ich ebenfalls sprechen, wenn auch an einem anderen Beispiel 🙂  Es gibt also mal ein komplettes von Anfang bis Ende.

Und da ich bereits gefragt wurde: neben dem Intermezzo nächste Woche folgen noch zwei Kapitel: Beinschienen und Füße, sowie ein letztes Kapitel über Waffen (LEDs verbauen, Stäbe verschrauben etc).

Was danach kommt? Keine Ahnung, vielleicht spiele ich mal wieder mit LEDs rum 🙂

Bis dahin dauert es aber noch – also bis nächste Woche 🙂

Eure Anonchi

 

 

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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2 Meinungen dazu

  1. Hübsches Element Design, mag ich 😉

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