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Cosplay Rüstungen befestigen – Teil 2: Schultern

Einleitung

Heute kommt Teil 2 meiner kleinen Blog Reihe über meine Befestigungen. Heute geht es um Schulterstücke! Drei habe ich bereits zusammen gebaut und jede hatte ganz unterschiedliche Herausforderungen.

Auch heute gilt wieder: das ist kein Tutorial, sondern ein Erfahrungsbericht! Ich will nicht lehren, sondern inspirieren und wenn ihr Fragen habt bin ich entweder über Cosvalley erreichbar, über meine Facebook Seite (Anonchis Cosplay) oder über meine private E-Mail: beatricefriess@hotmail.de.

Welche Herausforderungen stelle ich heute vor? Schulterteile aus Leder und Pappmaché ohne weitere Verbindung befestigen, Schultern aus Styropor und Pappmaché ohne weitere Verbindung befestigen und Schulterstücke aus Worbla mit Verbindung befestigen!

Was ist mit ‚Verbindung‘ gemeint?

Mit Verbindung ist gemeint, das die Schultern durch weitere Teile am Körper fixiert werden und nicht nur durch eine eigenständige Befestigung mit dem Körper verbunden sind. Solch eine Verbindung kann zum Beispiel ein Brustpanzer sein.

Allgemein ist zu Befestigungen noch zu erwähnen, das ihr immer versuchen solltet eure Rüstung an mehreren Stellen zu befestigen. Überlegt euch immer, was passieren würde, wenn eine der Befestigungen reißt oder bricht (das kann immer vorkommen). Wenn ihr eure Rüstung zum Beispiel an vier Stellen mit einer Brustplatte verbindet und eine dieser Verbindungen reißt, fällt die Rüstung noch nicht zu Boden (und geht womöglich kaputt). Bedenkt das immer und versucht das so gut es geht umzusetzen!

Schultern – Pappmaché und Leder ohne Verbindung

Hier bin ich zwei Ansätze gefahren. Meiner erster Ansatz sah eine Verbindung aus Magneten vor. In Zusammenarbeit mit Leder aber eine sehr schlechte Wahl. Ich habe Lederschultern mit einer Schicht Pappmaché versehen, um die gewünschte Form zu bekommen und das Leder ist zum einen schwer, zum anderen ein wenig widerspenstig (die Magnete haben sich immer wieder gelöst). Die Alternative waren Lederriemen (bzw. Gürtel), damit kann man solche widerspenstigen Lederstücke fest schnüren und sich frei bewegen.

Dazu hier einmal ein Bild (die Schultern stammen von meiner blutigen Anfängerzeit und wurden damals von meiner Schwester noch coloriert ;))

Schultern1

Schultern – Styropor und Pappmaché ohne Verbindung

Für meine zweite Schultern hatte ich mir vorgenommen: kein Leder! Ergo habe ich meine Restekiste herausgekramt und mich an Styropor versucht (wer das auch in Betracht zieht, dem rate ich dazu Styrodur zu verwenden, Styropor ist doch recht problematisch im Gebrauch).

Weitere Materialien in Verwendung: Kobracast und Modelliermasse.

Und damit haben wir auch das erste Bild, in dem es verwirrend wird. Möge das Chaos beginnen…

Schultern2

Die Befestigung besteht aus zwei Teilen, dem roten Kreis und dem roten Strich.

Der rote Kreis ist ein Gummiband, das ich durch das Kobracast gezogen habe (das Kobracast ist fest unter dem Pappmaché befestigt und mit dem Gesicht verbunden).

Dieses Gummiband ist für den Oberarm gedacht, damit das Schulterteil schon mal ’sitzt‘. Damit es nicht runterrutscht und/oder nach hinten verrutscht habe ich ein zweites Gummiband befestigt (roter Strich). Mit einer Sicherheitsnadel wird dieses Gummiband an der Robe befestigt (durch die Schulterstücke war die Befestigung super verdeckt ;).

Im Gegensatz zu meinen ersten Schulterstücken hatte ich hier den Vorteil, das ich angerempelt werden konnte und nichts passiert ist (meine Lederriemen sind immer wieder gerne über meine Brüste nach oben gerutscht und haben Probleme gemacht). Die Gummibänder gaben sehr leicht nach und haben den nötigen Halt geliefert, damit alles an Ort und Stelle blieb. Für Pappmaché Rüstungen sehr zu empfehlen, da diese Art von Rüstungen sehr anfällig für Risse ist, wenn man angerempelt wird. Und sie waren super schnell an- und auszuziehen!

Nun die Frage: was ist Kobracast?

In der Worblawelt ist dieses Material ein wenig in Vergessenheit geraten. Zu der damaligen Zeit (als ich die Schultern gebaut habe) gab es nur Kobracast und einfaches Worbla. Da ich noch keinen Heißluftföhn besaß habe ich mich erst einmal an Kobracast probiert. Das Material besteht aus einer Art Netz mit Plastik und kann durch Hitze verformbar gemacht werden und wie ein Netz über Gegenstände (in dem Fall mein Perückenkopf) gezogen werden. Worbla würde hier bei einer Schicht schnell reißen und/oder dünn werden, Kobracast hingegen ist stabiler durch die netzartige Struktur. Die Oberfläche ist jedoch nicht so glatt wie Worbla, daher ist der Kopf mit Modelliermasse geglättet worden. 🙂

Schultern – Worba mit Befestigung

Nun ein Teil, das ich noch mit einem weiteren Teil befestigt habe. Für meine T17 Rüstung hatte ich einen Federkranz um den Hals, den ich aus Worbla geformt hatte und der ideal war, um meine Schulterplatten zu befestigen.

Schultern3

Das ganze ist ein etwas größeres Gebilde, daher habe ich es in zwei Teilen geformt (auch für den Transport) und am Nacken eine Konstruktion gebaut, die das ganze verbindet. Auch hier habe ich nicht nur eine Befestigung gewählt, sondern direkt zwei.

Die erste besteht aus einem Stück Worbla, das ich mit den zwei Flügelteilen verschraubt habe. Ja, man kann Worbla verschrauben 🙂 ist eine super Eigenschaft. Ich war damals recht vorsichtig damit, weil ich unsicher war, ob es hält. Aber bislang hat es perfekte Dienste geleistet. Zur Sicherheit habe ich D-Ringe eingebaut und mit Gummibändern verbunden (wie man im mittleren Bild sehen kann), falls die Schraubenkonstruktion doch mal lose werden sollte.

Und ganz wichtig (sieht man in Bild 2 und 3): Polsterung. Arbeiten mit Worbla sind von Natur aus schwerer und härter, wie zum Beispiel Pappmaché. Achtet darauf, das ihr Polsterungen einklebt, um einen gemütlichen Con-Tag zu haben. Ich hatte trotz des Gewichts nie Probleme 🙂

In Bild 3 sind zwei weitere D-Ringe zu erkennen (man muss nur etwas suchen). Diese zwei Ringe sind für die Verbindung der Schulterplatten gedacht. An den Schulterplatten habe ich ebenfalls zwei D-Ringe befestigt. Um die beiden Teile fest miteinander zu verbinden habe ich Kabelbinder verwendet. Für den Transport waren diese leicht zu lösen und neu zu setzen. Gummibänder waren hier nicht anwendbar, da die Schulterteile an dem Federkranz reiben (man sieht, das teilweise die schwarze Farbe abgerieben ist) und dadurch viel kaputt gegangen wäre.

Schultern4

Die Schulterteile selber (meine liebsten Raben) sind komplett aus Worbla, Plastazote und Federn hergestellt. Die Augen sind mit einer LED befüllt (daher auch die Batterie, die man in Bild 2 sieht). Die Grundkonstruktion ist eine Schulterplatte, wie sie Kamui in ihren Pattern als Beispiel vorgibt. Der restliche Aufbau ist auf diesen Platten befestigt. Anfangs war der Plan die Schulterplatten mit Gummibändern an den Oberarmen zu befestigen (durch die Robe durch) und zusätzlich an dem Federkranz. Da die Verbindung zu dem Federkranz aber sehr stabil war, entschied ich mich auf die Gummibänder zu verzichten. Daher sind in Bild 2 links und rechts zwei D-Ringe, die nicht genutzt werden. Der obere und der mittlere D-Ring werden genutzt, um die Verbindung herzustellen (siehe Bild 3).

Aber auch hier gilt wieder: gut auspolstern! Plastazote lässt sich gut an Worbla kleben und bildet dadurch die perfekte Polsterung.

Was die heraushängende Batterie angeht: die wird in dem Raben selbst versteckt 🙂 ein bisschen drücken, ein bisschen fummeln, aber es funktioniert. Das gehört eindeutig zu meinen nicht so kommerziellen Ideen, die einfach nur funktionieren müssen und nicht gut aussehen.

Die Besonderheit an der Federkranz/Schulterkombi: dadurch, das ich auf die Gummibänder verzichtet habe, konnte ich diese Konstruktion einfach aufsetzen (wie einen Hut) und in 2 Sekunden wieder abziehen. Worbla hat sich als sehr stabiles Material herausgestellt, was zwar schwerer ist, aber auch überlebensfähiger.

Abschluss zum Kapitel Schultern

In diesem Kapitel habe ich viel über Schultern erzählt und über den Weg den ich gegangen bin, bis ich eine stabile Konstruktion gefunden habe. Styropor und Pappmaché erwiesen sich als leicht, aber auch instabil. Die schwere Worbla Variante war sogar zu verschrauben und mit passender Polsterung super zu tragen. Dazu muss man sagen, das es viele Varianten gäbe das Gewicht meiner Schultern noch zu verringern. Ich bin bislang noch nicht sehr gut im Thema Planung und habe daher mehrere Teile zuerst mit Moosgummi ummantelt und dann auf die bereits mit Worbla ummantelten Schultern gebaut (beim Federkranz ebenfalls). Hätte ich zuerst das Moosgummi/die Plastazote miteinander verklebt und dann das Worbla drüber gezogen, hätte ich vom Gewicht sicherlich einiges einsparen können.

Nehmt das also als Rat mit auf den Weg, wenn ihr eure Rüstungen aus Worbla baut :).

Und wo bekommt man Worbla her (und auch Kobracast)? Natürlich beim Cosvalley Partner MyCostumes!

Nächste Woche geht es weiter mit Brustpanzerung und Armschienen 🙂

Eure Anonchi

Über Anonchi

Anonchi
Seit 2013 cosplaye und blogge ich. Ich probiere immer wieder gerne neue Materialien und Möglichkeiten aus und teile sie mit der Community. Cosplays müssen für mich eine Herausforderung darstellen, an denen ich immer weiter wachsen kann!

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